Autor: Anthera
Um etwas Ewiges zu schaffen, muss der Mensch bekanntermaßen über sich hinaus wachsen. Nicht klein, sondern groß werden muss er dafür. Und er darf das Über-sich-hinauswachsen nicht fürchten. Ein episches Werk berührt den Großen Geist des Menschen auf sonderbare Art.
Heute wird zu wenig berücksichtigt und nicht wahrgenommen, was solche, oft zeitlosen Werke im Menschen bewirken, der sich eben nicht entzieht, sondern sich der Stimmung hingibt, annimmt, was in ihm erklingt, in ihm entfacht, d. h. es öffnen sich dabei Fenster in der Erinnerung an das Erhabene in ihm, an das manchmal in weite Ferne Entrückte. Durch ständige Banalitäten von ihm abgetrennt, entfernt, durch niedere Einflüsse, sich in sein Bewusstsein festzeckend, keinen Raum mehr für das Erhabene übrig lassend, ihn komplett einnehmend. Was bleibt sind die uns bekannten blassen Gesichter, von der Gewohnheit verzerrt, glanzlos und verkümmert das einstige Erbe – das königliche, heilige Versprechen seiner Schöpfer.
Zum Bittsteller hat er sich erniedrigen lassen, zum Spielball der Verborgenen, derjenigen, die im Dunklen agieren. Die Todesmaschine der Seele, getrennt von seiner Heimstatt, seiner Muttererde, der Seele seines Clans, der Religionen, dem geistigen, kulturellen und dem Ewigen seiner selbst – dem unsterblichen Gemüt, aus dem er verlernte zu schöpfen und so abfiel von früherer Schönheit und Glanz zu einer Schreckenskreatur, kraftlos mit gebrochenen Augen, von dem sich alles abwendet, was lebt, liebt, sich leidenschaftlich vereint. Stattdessen gibt er alles, was er hat an das Niedere, das Oberflächliche, damit ihn nichts mehr berühren kann – oder berühren muss… Darüber verkümmerte er und freut sich noch über die Gnade, es nicht bemerken zu brauchen. Gesegnet ist er vielleicht mit der Unbekümmertheit seiner Ahnungslosigkeit und gleichzeitig gezeichnet.
Erhabene, königliche, ewige, epische, den Archetypus weckenden und die Seele in Brand steckende Musik wurde in Zeiten des dunklen Regiments wegen seiner Macht verboten, mit dem Tode bestraft, dem Teufel zugesprochen, vernichtet, der „Empfänger“ des Genius als Unhold verfolgt, verurteilt, da er es wagte, den Menschen mit anders gearteten Mächten zu verbinden. Manche Musik war schon immer Macht, manchmal Besessenheit, wie in etlichen bekannten Fällen, als sterbenskranke, körperlich-siechende Komponisten angetrieben durch eine unsichtbare Übermacht ihr Lebenswerk vollendeten und nach Abschluss tot zusammenbrachen – um unsterblich zu werden. Brennende Leidenschaft und die Ahnung der Größe dessen, was nur durch sie geschaffen werden konnte, veranlasste den Menschen zu Höherem, zu unvergänglichen, ewigen Werken.
Wird einem sterblichen Menschen etwas derart Großes aus der geistigen Welt (die Welt aus der Künstler, Dichter, Denker, Komponisten schöpfen) gegeben, bedeutete dies, dass dieser Mensch nicht nur Macht über die geistige Intelligenzia, sondern mit diesem Werk auch Macht über Menschen hatte. Er wurde zu einem, der scheinbar die okkulten Geheimnisse kannte und in den Dialog mit einer übermächtigen Natur getreten war, denn nur im entrückten Zustand, in der Zurückgezogenheit gelingt ihm eine große Schöpfung. Wie jedes Epos aus einem entrückten Zustand und aus der Zurückgezogenheit aus dem Alltäglichen und durch die Hinwendung zum Nicht-Alltäglichen entstanden ist.
„Der Himmel erhöht ihn und öffnet ihm die Pforte zu Offenbarungen, weil er den Himmel dazu zwang, denn gebeten hatten vor ihm schon Tausende um ähnliches, was ihnen versagt blieb. Auch dem Himmel größere Diener als dieser. Was macht ihn also zu einem, dem der Himmel gehorcht, wenn nicht – Zauberei?“
Ich fand diese Gedankengänge schon immer äußerst interessant und habe mich deshalb intensiver mit der Wirkung von musikalisch unterschiedlichen Werken auf magische Vorgänge befasst. Ziel ist hier aber nicht, einzelne Werke zu benennen, ich kann mir aber vorstellen, das an anderer Stelle irgendwann noch einmal separat aufzugreifen (welche Musikstücke bewirken was usw.).
In o. g. Ausnahmefällen wurde also offenbar davon ausgegangen, dass nur seine persönliche Macht es dem Schöpfer eines Meisterwerks erlaubt, dass Geister ihm schenken, was andere vergeblich begehren. Denn den Zugang zu den höchsten Mächten – so war es schon immer – muss man sich erringen, weil das „Geheimnis“ sich ewig allein durch sich selbst schützt. Einem Sterblichen kann es – bei Gott! – nicht gelingen, das Himmelreich und seine Geister zu schauen, wenn er nicht mit dem Teufel selbst einen Bund geschlossen hat – so eine damals weitläufige Meinung.
Das Hinzuziehen von Musik (sakral, episch, meditativ etc., wichtig ist hier nur die Kraft und Stärke, die den Geist des Anwenders über die irdischen Begrenzungen hebt) kann für praktisch arbeitende Magier von größter Bedeutung sein. Musik durchdringt u. U. Welten, je größer und bekannter das Meisterwerk, desto größer die Reichweite. Große universelle Werke werden – so berichten es schon Universalgelehrte der letzten Jahrhundert – bis in die höchsten Himmel vernommen und zwar über die Art wie diese unsere uns umgebenden Körper verändert. Je nach Musik und die dadurch herbei gerufenen Empfindungen, die uns nicht zufällig, sondern beabsichtigt *über-kommen*, können wir durch Auswahl des passenden Stücks oder Werks auf erstaunliche Art andere Möglichkeiten in unser Leben ziehen (vergleiche hierzu auch das hier vor einiger Zeit schon einmal näher betrachtete Kapitel über Zaubergesänge). Das gleiche Prinzip kennen wir vom sogenannten Mond herunter singen, Regen singen, Geister durch Gesänge ermächtigen, die Macht der Worte, „Gutes“ oder „Böses“ beschwören. Wir müssen dieses Prinzip nur verstehen lernen.
Durch seine Rituale bringt sich der Magier/die Hexe/der Schamane in eine Stimmung, die sein Unterbewusstsein – das eigentliche Machtzentrum des Menschen – beeinflusst, es auf die neue Realität einstimmt und diese gleichzeitig in seinem Lebensplan fixiert, d. h. er schafft sich selbst eine neue Tatsache, von der er will, dass sie sich in seinem Leben manifestiert.
Die jeweilige Stimmung beinhaltet die Grund-Essenz der neuen/anderen Realität (z. B. Wut, Trauer, Euphorie, Liebe, Hass, Freude, Schöpfung, Vernichtung). Richtlinie ist hier – wie im Grunde überall in der okkulten Lehre – die Willenskraft, hervorgerufen durch bestimmte Emotionen, die man zum Zweck der magischen Arbeit auch „künstlich“ herbeiführen kann. Es ist entgegen der Überzeugung vieler esoterischer Strömungen, die sich oft auf etwas berufen, das sie selbst im Kern nie erforscht oder erfahren haben, kein Widerspruch, dass ein hohes Maß an Wut etwas Großes, Neues oder gar Gigantisches im Leben bewirken kann, einen längst fälligen Wandel, die Absprengung von schädlichen Einflüssen, eine ehem. Unwahrscheinlichkeit usw.
Es ist immer noch besser, aus der brennenden Kraft der Wut (einer extrem starken Kraft) heraus Neues zu erschaffen als ein halbherziges Gebet in den Äther zu kippen, weil es gerade „ganz nett“ wäre, wenn dieser oder jener Umstand eintreffen würde, es aber auch keine Rolle spielt, wenn nichts passiert, weil man eh nicht damit rechnet…
Wenn die Stimmung nicht „brennt“, für den Anwender nicht unhaltbar, kaum zu ertragen wird, weil sie aus ihm herausbrechen will (ich hörte „manchen“ dazu von der im Menschen wohnenden, aber in der Regel unterdrückten, weil manchmal zerstörerischen „Drachenenergie“ sprechen – dem einen oder anderen wird dieser Hinweis für eigene Forschungen in diese Richtung evtl. nützlich sein), dann bewirkt sie auch nichts.
Wer keinen Drachen oder Vulkan in sich und aus sich heraus gebären lassen kann, kann nichts deutliches, reales, sichtbares, brennendes, verwirklichtes und auch „undenkbares“ hervorbringen, da seine Flamme nur schwach brennt und beim kleinsten Windhauch erlischt.
Was bleibt ist seine Sehnsucht, da er den Hauch der Ewigkeit bereits geatmet, aber nicht in sein Leben „herunterbringen“ konnte. Eine kleine Narbe, eine schwache Erinnerung im Raum, die nie ganz verhallt, weil sie einmal Möglichkeit, aber niemals wahrscheinlich war, da für das „Leben“ zu schwach.
Dabei hast Du nur zu wenig gebrannt, als dass Dein Feuer andere Dimensionen hätte erreichen können.
Das gilt übrigens auch für die anderen Elemente unserer Welt: Erde, Wasser und Luft. Die größtmögliche Kraft der Erde äußert sich bekanntlich in der Gewalt eines gigantischen Erdrutsches, einem gewaltigen Erdbeben, also dem Versinken Deines alten Paradigmas in der aufbrechenden Erde. Beim Thema Luft wäre es z. B. die Kraft eines Wirbelsturms. Diese befähigt ihn zum Wirken von Taten, die über das „magische Mittelmaß“ herausragen können.
Es ist der Umgang mit dem entfesselten Chaos, das Betrachtern und Nicht-Okkultisten (aber auch durchaus Magie-Kundigen) gewöhnlich Angst macht. Dabei erfordert diese Arbeit in der Regel „nur“ ein hohes Maß an Disziplin und Konzentrationsvermögen, das nicht so unmöglich zu erreichen ist, wie es manche vermuten.
Der Mensch vereint – zumeist unwissentlich – alle diese elementaren Kräfte in sich, fühlt sich gemäß seiner Persönlichkeit aber häufig zu einer oder zwei Kräften mehr hingezogen als zu den anderen. Diese Hinwendung ist mit seinem Schicksal verknüpft (was sich auch in seinem Geburtshoroskop äußert) und hier liegt der Schlüssel zur Lenkung seines Schicksals. Er ermächtigt ihn, gleichzeitig fürchtet der um seine Macht Wissende, wenn er noch nicht lange mit diesen Kräften arbeitet, die Folgen seines eigenen Handelns. Daher wird es wichtig, dass er lernt, seine Möglichkeiten genau kennenzulernen, seine Kräfte richtig einzuschätzen und auf die Suche nach Antworten auf die Fragen „Ist dieses Ziel die Entfesselung des Feuers wert?“ (Er muss nämlich auch immer mit seinen Kräften haushalten und wird nichts Überflüssiges angehen, weil ihn die hohe Konzentration und die Vitalkräfte, die er aufbringen muss, für eine Zeit lang selbst körperlich und geistig schwächen kann).
Welches Ziel benötigt welche Stimmung, damit die das Chaos gebärende Kraft einer Art kosmischen Urschreis gleicht, der alle Schichten des Seins bis zum Urgrund durchdringt? Der nicht „überhört“ werden kann, der auch den formgebenden Geistern nicht entgeht, weil er ohne Zweifel, absolut und willensstark ist.
Nach dieser Stimmung wird der Magier/die Hexe/der Schamane seine Musik auswählen, sich zurückziehen und sich diesem Werk hingeben, z. B. in einer Meditation oder einem mentalen Ritual, bei dem das Lied, die CD oder das musikalische Werk immer wieder abgespielt wird bis sich nach einiger Zeit der Übung vor dem inneren Auge die zugehörigen Bilder (=Was will ich bewirken?) verselbständigen,
Es ist wichtig, dass man diese Form der Visualisierung übt, wenn man Erfolge haben will.
Nach einiger Zeit spielt sich, wenn das Übungsziel erreicht ist, vor dem inneren Auge ein zusammenhängender „Film“ mit dem Inhalt des neuen Paradigmas ab, Du wirst in diesen Sitzungen dann vom Lenker zum Beobachter, Dein Unbewusstsein weiß nämlich, was Du als Ziel gesetzt hast und setzt nach einiger Zeit die Bilder nach der Musik zusammen, die einzelnen Elemente/Bilder/Szenen bleiben interessanterweise steuerbar und können bei anderen Gelegenheiten (luzides Träumen, automatisches Schreiben etc.) verwendet werden.
Über sein Unterbewusstsein aktiviert der Magier sein eigenes Feld und zwingt dadurch sowie durch sein der neuen Situation angepasstes Verhalten bestimmte Möglichkeiten durch Zugabe seiner Vitalkraft zu Wahrscheinlichkeiten zu werden, die wiederum einen Prozess durchlaufen, bis sie in der materiellen Welt „ankommen“.
Dabei ist der Magier Gefäß, Tempel, Transformationskanal und Gebärender in einem. „Durch sich selbst“ kann er alles in seinen Kosmos hinein rufen, denn nur durch sich selbst hat er die größtmögliche Macht durch Kraft, Willens-, Wirk- und „Wegerecht“. Hier bestimmt er, was kein anderer für ihn in der Form bestimmen kann.
Nur durch die Übung an sich selbst lernt er seine wahren Möglichkeiten und Grenzen seiner okkulten Kräfte verstehen, was ihm dabei hilft, grundsätzlich auch andere Realitäten für andere zu bewirken. Auch wenn hierbei leicht abgewandelte Kriterien zu erfüllen sind.
Aber dazu vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt in einem anderen Kapitel mehr.
Anthera
Copyright © Anthera / Anthera-Verlag
Sonntag, 18. April 2010
~ Zauber wirkende Musik ~
Montag, 1. Februar 2010
~ Wicca Ritual ~
Autor: Isariah
Rituale gibt es schon seit Menschengedenken. Und jeder hat schon so seine eigenen kleinen oder großen Riten ausgeführt und tut dies noch immer. Oftmals unbewußt und ohne sich große Gedanken darüber gemacht zu haben. Aber schon das tägliche Zähne putzen ist ein solches. Oder das abendliche Vorlesen im Kinderzimmer. Diese kleinen regelmäßigen Abläufe ohne welche wir uns den Tag gar nicht mehr vorstellen können, können schon als Rituale genannt werden. Für diese für uns doch so wichtigen Handlungen nehmen wir uns die Zeit ja wir freuen uns teilweise sogar darauf. Um sie dann auch mit viel Liebe und Innigkeit auszuführen. Oh ja, auch beim Zähne putzen verbindet uns eine Innigkeit, und zwar zu uns selbst zu unserem Körper den wir ehren indem wir ihn pflegen und gutes antun.
Die Zeit in der es noch keine Fernseher gab, keine Technik für die Bequemlichkeiten, da waren die Rituale allgegenwärtig. Das Beisammensein nach getaner Arbeit, das gemeinsame Essen waren Bestandteile in vielen Familien. Hier sprach man dann über den Tag, über Arbeiten die noch getan werden mußten.
Da man vom Wetter abhängig war, wenn die Ernte eingebracht werden mußte, verehrte man den Wettergott (das Göttliche) indem man ihn huldigte ihm zu Ehren ein Fast gab und Opfer darbot. Man bat Demeter ( der Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit), um eine reiche Ernte. Diese in regelmäßigen Abständen vollbrachten Huldigungen verstärkten die natürlichen Verbindungen zur Mutter Natur.
Und noch früher, als die Menschen in Höhlen oder in Zelten lebten verehrten sie die Natur auf ganz besondere Weise. In jedem Dorf und in jeder Gemeinde gab es diese Menschen mit ganz bestimmten ausgeprägten Fähigkeiten. Sie taten den ganzen Tag und auch die Nächte nichts anderes als sich der Natur mit seinen riesigen Geheimnissen zu öffnen. Sie erlangten dadurch das Verständnis, um die Geschehnisse der Naturgewalten. Sie konnten mit der Anderswelt kommunizieren und waren so die Vermittler zum Göttlichen. Sie wurden von den Menschen in ihren Gemeinden verehrt. Und sie wiederum verehrten die Götter, sie wußten diese für ihre Sache zu gewinnen. Um ihnen wohl gesonnen zu sein brachten sie ihnen Opfergaben und es entstanden die Altäre. Sie waren heilig und bedurften den besonderen Schutz und die Verehrung der ganzen Gemeinde. Der Altar wurde zu bestimmten Anlässen besonders liebevoll geschmückt. Dadurch wurde den Gottheiten gedacht. So hatte dann wohl jede Gemeinde ihre eigenen Gottheiten welche angebetet wurden.
Der Zyklus der Natur spiegelte sich in den einzelnen Festen wieder. Und so wurden aus den immer wiederkehrenden Festlichkeiten schon bald kleine Rituale. Diese wiederum waren immer einem bestimmten Ereignis einem Gott und einer Göttin gewidmet. Wir kennen heute unsere acht Hexenfeste welche hier den Zyklus der Natur widerspiegeln:
Mond Imbolc, Sonne Ostara, Beltane, Litha, Lughnasad, Lammas, Mabon, Samhain, Yule Die Jahreskreisfeste auch Hexensabbate genannt sind acht gleichmäßig verteilte Stationen im Kreislauf, den die Sonne in einem Jahr durchzieht. Sie werden eingeteilt in vier Sonnenfeste und vier Mondfeste. Die Sonnenfeste werden an den markanten Wendepunkten der Sonne gefeiert, wie Tag- und Nachtgleiche und Sonnwende. Die Mondfeste liegen exakt dazwischen.
Hauptsächlich wurden und werden Rituale für die magische Arbeit genutzt. So helfen sie uns Zauber, Anrufungen und Gebete direkt an Göttin und Gott weiterzugeben. So erhalten wir deren Aufmerksamkeit und können uns ganz unserer Bitte zuwenden. Der persönliche Kontakt zwischen Hexe und Gottheit ist sehr wichtig welche durch die Anrufung noch verstärkt wird. Um eins zu sein mit seiner Gottheit sollte unbedingt ein Ritual durchgeführt werden. Hierbei ist es erstrebenswert immer den gleichen Ritualablauf anzuwenden.
Der Ritualaufbau
Zuerst werden einige Utensilien benötigt, welche für das Ritual und jeder Art von Magie gebraucht werden.
Der Athamen – ein zweischneidiger Ritualdolch, welcher ausschließlich zum Lenken von Energien genutzt wird
Der Kelch - idealerweise aus Kupfer, andere Materialien können jedoch auch verwendet werden
Das Pentakel – in Form einer Scheibe, einem Teller. Bestehend aus Holz oder Metall, jedoch möglichst aus einem
erdigen Material besteht, da es die Erde symbolisiert
Ein Räuchergefäß – am besten in Form einer Schale, die aus feuerfestem Material besteht
Zwei kleine Schalen – für Wasser und für Salz, wieder aus Kupfer oder einem ähnlichen Material
Kerzen – ich bevorzuge zwei Teelichter welche sich ständig auf meinem Altar befinden
und farbige Haushaltskerzen, welche man entsprechend dem Anlass aussuchen sollte
Habe ich all diese schönen Dinge zu einem kleinem Gesamtmeisterwerkt aufgebaut, -ach ja natürlich wäre es toll, wenn man einen kleinen Tisch eine kleine Holzbank oder dergleichen zur Verfügung hat. Dieser sollte dann ausschließlich als Altar dienen- kann die eigentliche Arbeit losgehen. Nicht zu vergessen das Altartuch. Hierbei ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Schön wäre es wenn sich auf ihm das Pentagramm befindet und vielleicht noch einige typische magischen Hexenzeichen. Wichtig ist nur, das man dazu dann auch eine gewisse Beziehung hat. Da ich die Mondgöttin absolut verehre, werden es demzufolge ihre Zeichen sein, mit denen ich mein Tuch schmücke.
Nun wäre der Zeitpunkt, mit dem Ritual zu beginnen. Wir befinden uns in einem Raum oder an einem entsprechend schönen Ort mitten in der Natur. Dazu sollte man sich etwas Zeit nehmen, um sich auf die Energien dieses Ortes einzustimmen. Alle Teilnehmer tauschen sich nun aus wer was wann tun soll. Es gibt dem Ganzen immer mehr Dynamik wenn sich wirklich alle Teilnehmer voll mit einbringen. Jeder Mitwirkende sollte eine schwarze Robe möglichst mit Kapuze dazu anlegen. Damit ist schon der erste Schritt in eine andere Welt getan. Mit dem Überstreifen dieser stimmt man sich in die bevorstehende Zeremonie ein. Einen Gürtel welcher aus Naturfasern bestehen könnte wie beispielsweise eine farbige Kordel ist wünschenswert. An dieser wiederum kann der Athame befestigt werden.
Der Altar sollte jetzt in Richtung Norden -was für die Erde steht und Festigkeit und Stärke symbolisiert- stehen, meiner steht in Richtung Osten weil dort die Sonne aber vor allem meine Mondin aufgeht.
Ich denke aber, das der Altar in jeder Himmelsrichtung stehen kann und dies keinen wirklichen Einfluß auf die Wirksamkeit des Rituals hat.
Der Altar kann jetzt ganz individuell geschmückt werden. Dabei sollte man sich des Themas bewußt werden. Zu den acht Jahresfesten gibt es spezielle Anregungen die diese Feste widerspiegeln. Beim Schmücken des Altars sollte jeder mithelfen und Dinge verwenden die mit dem Ritual in Verbindung stehen.
Für das Element Erde verwenden wir ein Gefäß oder eine hübsche Schale mit Salz. Ähnlich dieser sollte das Gefäß für das Wasser ausfallen, welches für das Element Wasser steht. Das Räuchergefäß wird mit Räucherkohle und entsprechender Räucherung gefüllt und steht für das Element Luft. Nun fehlt noch das Element Feuer, welches durch die Altarkerze symbolisiert wird. Damit zeigen wir den Elementen -die wir nachher rufen- ihre besondere Bedeutung an.
Hier nun eine klassische Vorgehensweise des Wicca-Rituals.
Denkt immer daran eure magischen Gegenstände vor der Benutzung zu begrüßen, dies kann durch einen innigen Kuß auf den jeweiligen magischen Gegenstand erfolgen.
Eine schöne Geste, welche uns zeigt, daß das Ritual beginnt, ist das Anzünden der Altarkerze. Alle Teilnehmer stellen sich daraufhin im Kreis auf und zelebrieren den Baum des Lebens. Es kann Einen geben der die Anderen führt. Es kann aber auch jeder für sich allein dies tun.
Dies wird getan, um sich zu erden was sehr wichtig ist. Man gewinnt dabei eine eigene Stärke und Standhaftigkeit und vor allem seine innere Ruhe. Man löst sich von der Außenwelt und tritt ein in eine eigens dafür erschaffene Atmosphäre. Es wird eine Verbindung zwischen Himmel und Erde hergestellt, der ewige Kreislauf des Lebens. Man wird eins mit der Natur, dem Ort an dem man gerade befindet.
Was jetzt kommt ist sehr wichtig. Die Reinigung.
Man sollte innerlich und äußerlich rein und sauber sein. Wir wollen gute kraftvolle Energien anziehen. Auch der Ort an dem wir uns befinden sollte sauber und rein sein. Man könnte z.B. in der Natur den Hexenbesen verwenden, um den Ort auszufegen, alle negativen Einflüsse zu entfernen, abzuschütteln. Der Geist, der Kopf sollte rein und “leer” sein.
Bitte nehmt euch vorher einige Sekunden Zeit, um euch richtig auf diesen Ort und der folgenden Handlung einzustimmen. Seid eins mit dem was ihr tut und vor allem denkt immer daran: Euer Wille kann einen Zauber auslösen. Ihr setzt eure magische Energie frei.
Zuerst wendet man sich dem Altar zu, um diesen zu reinigen, danach sich selbst und dann alle Teilnehmer und natürlich sollten die jeweiligen Himmelsrichtungen die Elemente im Osten im Süden im Westen und im Norden nicht vergessen werden. Die klassische Variante wäre die Wasser-Salz-Reinigung.
Sodann wird der Geist des Wassers gerufen mit den Worten:
»Ich beschwöre dich oh Wesen des Wassers, auf das du alle Unreinheiten und Unsauberkeiten der Welt, der Geister, der Illusionen abwirft….Daher segnen wir dich mit den heiligen Namen von … und…«
Währenddessen wird mit der Athame ein Kreis deosil in der Wasserschale gezogen. Nun führt man die Athame in die Schale welche mit dem Salz gefüllt ist und spricht die Worte:
»Sei gesegnet, oh Wesen des Salzes halte alles Schlechte und Hinderliche fern und laß alles Gute herein…Daher Segnen wir dich mit den heiligen Namen von … und …«
Anschließend wird mit der Spitze der Athame das gesegnete Salz in das gesegnete Wasser getaucht. Diese Handlung erfolgt dreimal. Mit der Athame wird nun deosil ein Kreis in der Wasserschale gezogen und gleichzeitig die Worte gesprochen:
»Doch erinnere dich und denke immer daran, so wie das Wasser den Körper reinigt so reinigt die Geißel die Seele daher segnen wir dich mit den heiligen Namen von … und …«.
Zum Schluß zieht man mit der Athame ein Pentagramm in der Wasserschale taucht am Ende mit der Spitze der Athame in die Mitte des Wassers ein
und spricht: »SO SEI ES!«
Nun taucht man Mittelfinger und Daumen ins Wasser streckt den Arm nach oben aus und sprenkelt das Wasser ab mit den Worten:
»Im Namen des Lebens! Das gleiche nach unten: im Namen des Todes! SO SEI ES!«
Nun wird der Altar mit all seinen magischen und anderen auf ihm befindlichen Gegenständen gereinigt. Danach reinigt man sich selbst, indem man einen Schluck aus der Wasserschale trinkt. Jeder einzelne Teilnehmer wird nun mit den Worten begrüßt sei gesegnet, um dann aus dem Kelch mit dem gesegnetem Wasser zu trinken. Bei diesen Handlungen werden die Worte: »mit Wasser und mit Salz reinige ich dich!« gesprochen. Nun geht man deosil im Kreis, wobei man sich schon vorher darüber ausgetauscht hat ob man im Norden oder im Osten beginnt. Man sprenkelt das gesegnete Wasser mit den Worten:
»Mit Wasser und mit Salz reinige ich …« und vollführt dies in alle vier Himmelsrichtungen.
Dabei sollte beachtet werden, das egal was man gerade tun will, man sich immer deosil (also im Uhrzeigersinn)im Kreis bewegt.
Die Reinigung ist erfolgt und nun man wird erfüllt mit Feuer und mit Rauch. Der Ablauf ist ähnlich wie der bei der Wasser-Salz-Reinigung. Man beginnt am Altar, indem man die vorher bereitgestellte Räucherung in die vorbereitete Räucherschale gibt. Auch hier beginnt man mit dem Altar, dann man selbst, danach die anderen Teilnehmer. Mit der Räucherung werden alle Anwesenden “erfüllt”. Dies geschieht dadurch, daß jeder den Rauch einatmet und in ihn wortwörtlich eintaucht, mit den Worten des Zelebrierenden: »Ich erfülle dich mit Feuer und mit Rauch.« Dieser geht dabei mit dem Räuchergefäß, um jeden einzelnen herum. Und zuletzt werden die vier Himmelsrichtungen bedacht.
Zweck dieser Übung ist nachdem man nun gereinigt ist, sich und den magischen Platz zu erfüllen. Traditionell entspricht der Rauch auch dem Atem der Götter. Das Räuchern als solches hat eine vieltausendjährige Tradition, sowohl zu religiösen, als auch zu medizinischen Zwecken. Im Ritual dient es eher dazu den Wesenheiten und Gottheiten näher zu kommen.
Dafür wiederum bedarf es den Schutzkreis.
Dieser ist wichtig, um einen Rahmen zu schaffen, vergleichbar mit einer großen hellleuchtenden Kugel (wobei hier der Phantasie keine Grenzen gesetzt werden, wie man ihn sich am besten vorstellt. Ganz wichtig ist es, ihn zu visualisieren – die Kraft der bildlichen Vorstellung, welche die Macht in sich birgt zu erschaffen und somit real zu werden.).
Man schafft sich einen Raum jenseits von Gut und Böse, jenseits der alltäglichen Welt, eine kleine Welt ein kleiner ferner Ort, ein Raum, um den Wesenheiten die Möglichkeit zu geben, ungestört zu kommen. Einen Raum der die feinstofflichen Energien anzieht und beschützt. Denn das ist der Ort, wo man als Hexe und Magier geschützt agieren kann.
Mit dem Athame wird er deosil gezogen, wobei man sich schon vorher im Klaren darüber sein sollte, wie groß er sein wird. Auch hier spricht man zur Unterstützung der Anrufung einige beschwörende Worte: »Ich beschwöre dich, oh Ring der Macht…«. Danach, sollten die einzelnen Wächter eingeladen, gebeten werden zu kommen.
Den Wächter des Ostens Euros als Quelle der Luft, Den Wächter des Südens Notus als Quelle des Feuers, den Wächter des Westens Zephiros als Quelle des Wassers und zum Schluß den Wächter des Nordens Boreas als Quelle der Erde.
Beim Öffnen wird ein beschwörendes Pentagramm mit der Athame gezogen, dabei spricht man die Worte: »Ich öffne ein Tor im Osten, Euros, ich/wir rufen Euros, Herr der Luft schwinge herbei, wir rufen und beschwören dich komm zu uns, um unseren Kreis zu schützen und Zeuge unseres Rituals zu sein. Sei hier und jetzt Heil und Willkommen.« Bei den Anrufungen der einzelnen Wächter kann man sie sich als heran schwebende Wesenheiten in den jeweiligen farblichen Aspekten vorstellen. Meine Assoziationen sehen so aus (natürlich kommt es auch immer auf die jeweils herrschende Wetter- Stimmung an):
Herr des Ostens in strahlendem Weiß oder Blau aus den Wolken der Luft heran schwebend
Herr des Südens im glühendem Rot und Gelb als lodernde feurige Flamme
Herr des Westens in den Farben blaugrün, graublau, strahlendes Meer, Herrliches Meeresrauschen
Herr des Nordens in den warmen Naturfarben braun, ocker, beige, als starkes ruhiges beschützendes kraftvolles Wesen
Wir haben die vier Wächter gerufen und jeder, der dies schon einmal erlebt hat, kann diese Kraft, diesen Schutz spüren. Ich für meinen Teil bin jedes mal von neuem entzückt und erstaunt über diese enorme Kraft.
Nun sind alle Vorbereitungen für die eigentliche Arbeit getroffen. Der sogenannte Hauptteil des Rituals ist von Mal zu Mal unterschiedlich, entsprechend ob es ein Jahreskreisfest, ein Mondritual oder ein entsprechender Arbeitskreis sein soll. Gott und Göttinnen werden gerufen. Dazu wird zuvor der Kraftkegel zelebriert. Im allgemeinen durch ein zuvor abgestimmtes Mantra, in welches sich nun wirklich jeder einzelne Teilnehmer mit einbringen sollte. Um so intensiver das Mitwirken jedes Einzelnen, um so mehr Kraft, um so mehr Energien können aufgebaut werden. Gott und Göttin können in den Kreis gerufen werden -Evokation- oder aber der Hohepriester und die Hohepriesterin stellen ihren Körper als Kelch zur Verfügung und es erfolgt eine, bzw. zwei Invokation/en. Dieser Teil kann ganz unterschiedlich gestaltet werden.
Man kann eine invozierte Gottheit z.B. um Rat und Tat in allen Lebensbereichen befragen. Wenn es schwierige Situationen gibt oder sich Menschen im Umfeld merkwürdig verhalten, kann man die Wesenheit fragen, wie man mit z.B. einem sehr launischen und cholerischen Chef umgehen soll, was man tun kann, um eine bestimmte Position oder Beförderung zu bekommen usw…
Oder man kann die Gottheit bitten, während ihrer Anwesenheit Gegenstände, Talismane, Fetische oder Schutzamulette usw. aufzuladen bzw. mit der Energie der Göttin/des Gottes zu füllen…
Die Arbeit mit den Gottheiten beinhaltet auch immer eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich, mit dem magischen Selbst, denn Rituale sind der Schlüssel zum Geist, der Schlüssel zu Gott und Göttin. Hierbei sollte allerdings nicht verwechselt werden, daß das Wesen und die Wirkung der Magie nicht aus dem Inneren kommt. Außerhalb der Hexen/Magier existieren Wesenheiten mit eigener Individualität mit welchen es gilt, Kontakt aufzunehmen und diese als Freunde und Helfer zu gewinnen. Niemals befehlen wir! Wir bitten in geeigneter Form, um Hilfe, um im Einklang mit dem Willen eine Veränderung herbei zu führen.
Bevor man nun zum feierlichen Beisammensein kommt, werden vom Hohepriester und der Hohepriesterin der Kelch mit dem Wein gesegnet, sowie in der klassischen Art der Kuchen (kann auch selbst gebackenes Brot sein). Dazu kniet der Hohepriester vor die Hohepriesterin nieder und spricht die heiligen Worte:
»So, wie die Athame männlich ist so ist der Kelch weiblich und zusammen bringen sie den Segen der Götter.«
Der Hohepriester oder die Hohepriesterin reicht den gesegneten Kelch mit Wein weiter. Hierbei erfolgt der Segnungskuß. Das Gleiche erfolgt mit dem geteilten Kuchen.
Das feierlichen Zusammensein wird je nach Raum und Zeit unterschiedliche Impulse beinhalten. Ganz wichtig ist hierbei noch, daß der magische Kreis möglichst nicht verlassen werden darf. Sollte dies doch einmal nötig sein, so sollte derjenige ein Tor öffnen, hinaustreten und es dann sogleich wieder verschließen. Das Gleiche gilt beim erneuten Betreten.
Ist der Rausch des Festes vorbei muß der Schutzkreis aufgelöst werden. Zu allererst danken wir den Gottheiten für ihre Anwesenheit. Danach werden die vier Wächter verabschiedet. Ähnlich wie bei der Anrufung wird jeder einzelne nun durch ein bannendes Pentagramm mit den Worten: »… ich danke dir für deine Gegenwart. Kehre nun in dein Reich zurück. Segne uns und sei gesegnet. Heil und Lebe wohl. Ich schließe das Tor im…«
Der Kreis wird durch die Athame gegen den Uhrzeigersinn aufgesogen, aufgelöst. Es gibt alternativ die Möglichkeit, den Schutzkreis durch ein lautes gemeinsam ausgerufenes „Patt!“ aufzulösen. Alle Teilnehmer können sich nun mit einer herzlichen Umarmung gegenseitig danken.
Ich denke, man kann dieses Thema noch viel ausführlicher beschreiben. In der Hoffnung alle wichtigen Dinge kurz angeschnitten zu haben endet hier mein Bericht mit einem persönlichen Fazit:
Es gilt für alle Hexen, auch die, die sich einem Coven angeschlossen haben.
Lass Dich nie zu etwas zwingen, was Du selbst nicht willst, denn das ist nicht der Weg der Hexe!
Seid ganz nett gegrüßt, Isariah
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