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Dienstag, 26. April 2011

~ Beltane (Walpurgisnacht) 2011 ~

 
Autor: Anthera
 


Der Winter ist vorbei und die Natur ernährt den Menschen wieder. Dieses immer wiederkehrende Prinzip drückt sich in einem der wohl wichtigsten Feste der Hexen-, Druiden- und Heidenszene aus.

Das Wort Beltane ist irischer Herkunft (bealtaine) und kennzeichnet den Monat Mai. Das Fest anlässlich Beltane/Beltaine (auch Walpurgis- oder Freinacht) gilt als eines der Hauptfeste im magischen Jahreskreis. Es ist möglich, dass es sich hierbei ursprünglich um das 1. Fest im Jahreskreis handelte und daher den Jahresbeginn der Altvorderen markierte. Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass andere Interpretationen hingegen den 01. November (Samhain) für den Jahresbeginn annehmen.

Nach dem Winter übernimmt nun Mutter Natur wieder die Herrschaft über die Erde und kümmert sich um die Versorgung aller Lebewesen durch das Hervorbringen reicher Früchte.

Die ‚keltischen’ Jahreskreisfeste unterteilen sich traditionell in Mond- und Sonnenfeste. Beltane (ein Mondfest) wird genau genommen zum jeweils 5. Vollmond nach dem Julfest gefeiert, der in etwa um den Monatswechsel von April auf Mai liegt. Es ist die Zeit der Aussaat, denn im Frühling wird die Basis für die Ernte im folgenden Herbst geschaffen.

Der Sonnengott ist nun zum jungen, fruchtbaren Mann herangereift und vereint sich mit der Mondgöttin, um neues Leben zu erschaffen. Beltane symbolisiert deshalb auch das Fest der Fruchtbarkeit, die Vereinigung von Göttin und Gott.

Da wir als moderne Menschen längst nicht mehr an eine Dorfgemeinschaft mit ihren Ritualen und Jahresfesten angebunden sind und jeder von uns den eigenen Alltag, Familie, Beruf und Berufung zu arrangieren hat, bietet sich an, die Feiern der Jahreskreisfeste auf das dem entsprechenden Vollmond folgende Wochenende zu verlegen. Die Nacht zum 1. Mai bietet sich nicht zuletzt deshalb für ein kleines oder größeres Fest an, da viele von uns am 1. Mai frei haben.

Der Ort

Im Zentrum des Ritual-Platzes (evtl. eine Waldlichtung oder ein ungestörter Ort in einem Park, an einem See, in einem Garten oder auf dem Grundstück eines Priesters) wurde für das Ritual ein Loch in den Boden gegraben und mit Zweigen und Ästen gefüllt. Alternativ eignet sich auch ein feuerfester Kessel oder Feuerkorb, der auf eine Sandstelle bzw. einen feuerfesten Untergrund gestellt und mit Holzscheiten zu einer Brennstelle vorbereitet wird. Um das Loch herum werden handgroße Steine gelegt, damit sich das spätere Ritual-Feuer nicht ausbreiten kann. 4 große Stumpenkerzen in den Farben gelb, rot, blau und grün symbolisieren die Präsenz der 4 Wächter und stehen um die Feuerstelle, ausgerichtet nach den Himmelsrichtungen und in der entsprechenden Farbe ihrer Elemente: Beginnend nach Osten (Luft) in der Farbe gelb, nach Süden (Feuer) in der Farbe rot, nach Westen (Wasser) in der Farbe blau und nach Norden (Erde) in grün. Alternativ und der Einfachheit halber können gern auch 4 weiße Stumpenkerzen aufgestellt werden.



Das Fest

Im Folgenden findet sich ein Vorschlag für ein Gruppenritual. Es steht der Gruppe natürlich frei, auf welche Weise sie ihr Ritual im Einzelnen gestaltet. Häufig wird der traditionelle Altar aufgebaut, auf welchem sich die zu benötigten Utensilien wie die magischen Werkzeuge befinden. Dieser Altar kann auch Teil der Natur selbst sein, z. B. ein Findling oder Stein, auf dessen Oberfläche die Ritualgegenstände abgelegt werden, ein Baumstumpf, eine Erhöhung oder ganz schlicht ein Tuch auf dem Boden.

Für das folgende Ritual wäre es schön, wenn jeder Teilnehmer mitbringt (bitte ggf. entsprechend umgestalten oder ergänzen):

• 1 Kerze (Farbe egal, kann aber auch gern das Anliegen, das man mit zum Ritual bringt symbolisieren, z. B. rot für Liebe, gelb für Geldangelegenheiten, grün für Gesundheit, violett für geistige Kraft etc.).
• Blumen
• Zettel mit einem Wunsch
• Kleinen Beitrag zu Speis und Trank


Zunächst beschreibt ein Priester bzw. Ritual-Leiter den Versammelten den Verlauf des Rituals. Es sind nicht immer nur eingeweihte Hexen/Magier/Wiccas etc., die zusammen kommen und deren Rituale innerhalb ihrer Zirkel natürlich alle sehr unterschiedlich ausfallen, sondern es können immer auch Menschen eingeladen werden, die vorher noch kein magisches Ritual zelebriert haben.

Nach der allgemeinen Einführung kennt jeder den groben Ablauf und kann entscheiden, ob er bleiben und an der Zeremonie teilnehmen möchte. Späteres ‚Umentscheiden’ sollte sich selbst und allen anderen allerdings erspart werden.

Das Ziehen des magischen Kreises und die Anrufung der 4 Wächter

Der Priester/Ritualleiter kündigt das Ziehen des magischen Kreises an. Jedem wird dadurch noch einmal die Möglichkeit gegeben, etwas „Dringendes“ zu erledigen oder zu besorgen, das er innerhalb des Kreises benötigt (hier unbedingt in den Kreis mitnehmen: die o. g. Blumen, die Kerze, den Wunschzettel, evtl. eine Decke), weil er den Kreis dann bis zum Ende des Rituals nicht mehr verlassen sollte. Die Rituale können je nach Größe der Gruppe manchmal auch gut 2 Stunden betragen.

Euros im Osten

Wir stellen uns jetzt in einem Kreis auf, ein Priester umrundet den Kreis einmal im Uhrzeigersinn und schließt ihn nach Osten hin ab. Nun werden die 4 Wächter gerufen, beginnend im Osten mit der Anrufung des Euros. Dazu wendet sich die gesamte Gruppe nach Osten. Euros wird hier verstanden als der Herrscher oder Gott des Elements Luft. Er befehligt die Winde und die Anrufung zielt auf den Schutz des Kreises durch die Wind- und Luftgeister ab. Der Priester zeichnet mit der Athame (andere verwenden einen Zauberstab oder Blitzbündel) ein Pentagramm in die Luft und ruft dabei: „Euros, Euros, Euros. Wir rufen Dich, Herr des Westens, König der Winde und Meister aller Luftgeister. Auf dass Du diesen Kreis beschützt und uns mit Deiner Kraft erfüllst. Dafür erbieten wir Dir (alle): „Heil und Willkommen.“ Ein zweiter Priester zündet für die Anwesenheit Euros’ symbolisch die große Stumpenkerze (Farbe gelb) am Boden um die Feuerstelle an, die nach Osten zeigt.

Notus im Süden

Die Gruppe wendet sich nach Süden. Hier wird Notus angerufen, der Herrscher des Südens, Sonnenkönig und Herr über das Feuerreich. Wieder beschwört der Priester den Wächter und bittet ihn, den Kreis zu schützen und Zeuge des Rituals zu werden: „Notus, Notus, Notus. Wir rufen Dich, Herr des Südens, König des Feuers, der Vulkane und aller Feuergeister. Auf dass Du diesen Kreis beschützt und uns mit Deiner Kraft erfüllst. Dafür erbieten wir Dir (alle): „Heil und Willkommen.“. Bei der Anrufung zeichnet das Pentagramm wieder in die Luft. Der zweite Priester zündet daraufhin die rote Stumpenkerze um die Feuerstelle an, die nach Süden zeigt. Die Anwesenheit Notus’ wird damit symbolisch dargestellt.

Zephyrus im Westen

Die Gruppe wendet sich nach Westen und ruft den Herrscher über das Wasser, die Flüsse und Meere, Zephyrus. Wieder wird das Pentagramm in die Luft gezeichnet und der Priester beschwört 3mal Zephyrus, den Kreis zu schützen und das Ritual zu bezeugen. Er spricht wie zuvor ebenfalls die Worte und dann den A: Dafür erbieten wir Dir, woraufhin wieder alle gemeinsam antworten: Heil und Willkommen. Die blaue Stumpenkerze in Himmelsrichtung Westen wird entzündet.

Boreas im Norden

Dann wendet sich die Gruppe nach Norden, wo sie Boreas, den Herrscher der Erde, der Berge und Täler beschwört. Es folgt wie oben das Pentagramm in die Luft und die Anrufung Boreas, den König der Erde und Herrscher aller Erdgeister, Zeuge des Rituals zu werden und den Kreis zu schützen. Die grüne Stumpenkerze in Richtung Norden wird entzündet.

(Anmerkung: Alternativ können anstelle der farbigen Kerzen auch 4 weiße genommen werden).

Es brennen nun alle 4 großen Kerzen um die Feuerstelle. Die Wächter sind präsent.

Die Reinigung/Segnung durch die 4 Elemente

Der Kreis ist nun geschlossen und sollte bis zum Ende des Rituals von keinem mehr verlassen werden. In dringenden Fällen kann der Priester an einer Stelle den Kreis öffnen und dann wieder verschließen, jedoch stört eine jede Unterbrechung den Ritualablauf sowie die Konzentration der Gruppe und sollte daher unterlassen werden.

Nachdem der magische Kreis gezogen wurde, wird zur Reinigung und Segnung der Anwesenden mit allen 4 Elementen übergegangen.

Mit Feuer und Luft (Rauch)

Ein Priester/eine Priesterin hält dafür eine Schale mit Räucherwerk in der Hand bereit, dazu vielleicht eine Feder, mit der er/sie den Rauch verteilen kann, tritt im Uhrzeigersinn vor den 1. Teilnehmenden und beginnt mit der Reinigung und Segung, indem er/sie die Räucherschale 2-3 mal von unten (Füße) bis nach oben am Teilnehmer entlang führt und diesen damit in den Rauch hüllt. Dabei spricht er: „Ich erfülle Dich mit Feuer und mit Rauch. Sei gesegnet.“ Der Teilnehmer antwortet: „Sei auch Du gesegnet.“ Dann tritt der Priester vor den nächsten Teilnehmer und führt das gleiche Prozedere durch, bis alle Mitglieder des Kreises mit Feuer und mit Rauch erfüllt sind.

Mit Wasser und Erde (Salz)

Sobald der Priester mit der Räucherschale beim 3. oder 4. Teilnehmer angekommen ist, beginnt parallel der zweite Priester/Priesterin mit der Segung/Reinigung der Teilnehmer durch die beiden Elemente Erde (symbolisiert durch das Salz) und Wasser. Dazu hält er/sie eine Schale mit Wasser in seinen Händen, in die zuvor mit einem Gebet Salz eingerührt wurde (z. B. mit der Athame). Er tritt ebenfalls vor den 1. Teilnehmer im Kreis, der zuvor schon mit Feuer und Rauch erfüllt wurde, taucht einen Finger in das Salzwasser, berührt Lippen und Stirn des Teilnehmers und spricht: „Mit Wasser und Salz reinige ich Dich. Sei gesegnet.“ Worauf der Teilnehmer wiederum antwortet: „Sei auch Du gesegnet.“

Dann tritt der Priester vor den Nächsten im Kreis usw. bis schließlich alle Teilnehmer von allen Elementen (Feuer+Rauch/Luft und Wasser+Salz/Erde) gereinigt und erfüllt sind.



Die mitgebrachten Opfer kommen zum Einsatz

Das Holz der Feuerstelle (oder innerhalb eines Kessels) wird entzündet. Der Priester bittet die große Göttin/den großen Gott, die Opfergaben der Teilnehmer anzunehmen und die mitgebrachten Wünsche zu erhören.

Nun tritt jeder Teilnehmer mit seinen Blumen, der Kerze und dem Wunschzettel einzeln an die Opferstelle heran, um die bereits die 4 Stumpenkerzen der Wächter brennen. Die mitgebrachten Blumen verteilt er nacheinander um die Opferstelle, zündet dabei an allen 4 Wächterkerzen seine eigene mitgebrachte Kerze an und stellt diese in den Kreis um die Opferstelle. Er wirft seinen Zettel mit dem Wunsch, dem Anliegen oder einer magischen Sigille, die seinen Wunsch symbolisiert, in die Feuerstelle, spricht oder denkt sich ein „So sei es!“ und entfernt sich wieder an seinen Platz innerhalb des Kreises.

Dieser Vorgang wiederholt sich bis jeder seine Blumen verteilt, seine Kerze an den Wächterkerzen entzündet und seinen Wunsch ins Feuer geworfen hat.

Invokation / Evokation

Es folgt die Invokation der Gottheit. Dazu stellt sich das Medium in die Mitte des Kreises. Die Teilnehmer beginnen zu chanten und den Gott bzw. die Wesenheit zu beschwören, damit er sich durch das Medium (den Invozierenden/die Invozierende) zeigt.

Wird eine weibliche Gottheit invoziert wird, kann z. B. der Chant der Großen Göttin gesungen werden, eine bekannte Version lautet z. B.: Isis-Astarte-Diana-Hekate-Demeter-Kali-Inanna. Der Chant wird von allen gesungen, einige Minuten wiederholt und dabei in der Intensität gesteigert, damit sich die Kraft der Göttin durch die Kraft der Gruppe leichter manifestieren kann.

Wird ein männlicher Gott invoziert, kann die folgende Version als Mantra verwendet und ggf. umgestaltet werden:Wodan-Bacchus-Lugh-Belanos-Cernunnos-Pan-Osiris. Die Teilnehmer singen bzw. rufen die Gottheit in das Medium „hinein“ (=in-vocare). Ist das Medium invoziert, macht es sich bemerkbar, woraufhin der Gesang verstummt und alle Teilnehmer in die anwesende Energie hineinspüren.

Jeder Teilnehmer, der einen Wunsch, eine Frage o. a. hat, kann nun hervortreten (der Priester fordert dazu die Teilnehmer nach der Reihe auf, wer nicht vortreten möchte, bleibt am Platz) und sein Anliegen der Gottheit vortragen. Bei manchen Ritualen wird während dieses Teils leise gesummt, gesungen oder getrommelt, damit die Privatsphäre zwischen Fragesteller und invoziertem Medium gewahrt bleibt. Es spricht aber nichts dagegen, sein Anliegen auch nach alter Wikinger-Tradition laut herauszurufen. Andere flüstern der „Gottheit“ ihr Anliegen lieber ins Ohr (des Mediums), woraufhin die Antwort bzw. der Rat zum jeweiligen Anliegen oder Problem erfolgt. Manche Ritual-Teilnehmer haben u. U. kein aktuelles Anliegen und möchten vielleicht nur einen persönlichen Segen der Gottheit oder sie erbitten die Segnung ihrer Talismane etc.

Ende des Rituals und Auflösung des Kreises

Nachdem jeder mit seinem Anliegen der Gottheit gegenüber getreten ist und seine persönliche Antwort erhalten hat, spricht der Priester ein kurzes Dankgebet und entlässt die Gottheit wieder in ihre Welt, woraufhin sie sich aus dem Medium zurückzieht.

Es folgt die Auflösung des Kreises, indem noch einmal die 4 Himmelsrichtungen abgeschritten werden, während sich die Mitglieder der jeweiligen Himmelsrichtung zuwenden. Es erfolgt der Dank an die einzelnen Wächter und deren Entlassung in ihre heimatlichen Gefilde.

Die Teilnehmer nehmen sich an den Händen und lösen den Kreis z. B. in der Weise auf, als dass sie zu einem Kommando alle gemeinsam die Hände in die Luft reißen und den Kreis damit „sprengen“ (auch lachen und klatschen ist erlaubt).


Speis und Trank

„Lasset und feiern, trinken und essen!“ verkündet der Priester nun erfreut! Im Anschluss an ein jedes Ritual folgt das traditionelle, gemütliche Beisammensein bei einem erdigen Gelage. Dazu haben möglichst viele Mitwirkende einen kleinen Beitrag mitgebracht als da wären beispielsweise Wein, Tee, Kaffee, Kuchen, Fingerfood, Kekse, Salat o. ä.
Alle Speisen und Getränke sowie Decken und Geschirr werden – wie beim Hexenvolke üblich – wild zusammengeworfen und ein jeder bedient sich nach Belieben.


Viel Spaß und Merry Meet!


 
 

Copyright © Anthera / Anthera-Verlag
 




Sonntag, 18. April 2010

~ Zauber wirkende Musik ~

 

Autor: Anthera

Um etwas Ewiges zu schaffen, muss der Mensch bekanntermaßen über sich hinaus wachsen. Nicht klein, sondern groß werden muss er dafür. Und er darf das Über-sich-hinauswachsen nicht fürchten. Ein episches Werk berührt den Großen Geist des Menschen auf sonderbare Art.

Heute wird zu wenig berücksichtigt und nicht wahrgenommen, was solche, oft zeitlosen Werke im Menschen bewirken, der sich eben nicht entzieht, sondern sich der Stimmung hingibt, annimmt, was in ihm erklingt, in ihm entfacht, d. h. es öffnen sich dabei Fenster in der Erinnerung an das Erhabene in ihm, an das manchmal in weite Ferne Entrückte. Durch ständige Banalitäten von ihm abgetrennt, entfernt, durch niedere Einflüsse, sich in sein Bewusstsein festzeckend, keinen Raum mehr für das Erhabene übrig lassend, ihn komplett einnehmend. Was bleibt sind die uns bekannten blassen Gesichter, von der Gewohnheit verzerrt, glanzlos und verkümmert das einstige Erbe – das königliche, heilige Versprechen seiner Schöpfer.

Zum Bittsteller hat er sich erniedrigen lassen, zum Spielball der Verborgenen, derjenigen, die im Dunklen agieren. Die Todesmaschine der Seele, getrennt von seiner Heimstatt, seiner Muttererde, der Seele seines Clans, der Religionen, dem geistigen, kulturellen und dem Ewigen seiner selbst – dem unsterblichen Gemüt, aus dem er verlernte zu schöpfen und so abfiel von früherer Schönheit und Glanz zu einer Schreckenskreatur, kraftlos mit gebrochenen Augen, von dem sich alles abwendet, was lebt, liebt, sich leidenschaftlich vereint. Stattdessen gibt er alles, was er hat an das Niedere, das Oberflächliche, damit ihn nichts mehr berühren kann – oder berühren muss… Darüber verkümmerte er und freut sich noch über die Gnade, es nicht bemerken zu brauchen. Gesegnet ist er vielleicht mit der Unbekümmertheit seiner Ahnungslosigkeit und gleichzeitig gezeichnet.

Erhabene, königliche, ewige, epische, den Archetypus weckenden und die Seele in Brand steckende Musik wurde in Zeiten des dunklen Regiments wegen seiner Macht verboten, mit dem Tode bestraft, dem Teufel zugesprochen, vernichtet, der „Empfänger“ des Genius als Unhold verfolgt, verurteilt, da er es wagte, den Menschen mit anders gearteten Mächten zu verbinden. Manche Musik war schon immer Macht, manchmal Besessenheit, wie in etlichen bekannten Fällen, als sterbenskranke, körperlich-siechende Komponisten angetrieben durch eine unsichtbare Übermacht ihr Lebenswerk vollendeten und nach Abschluss tot zusammenbrachen – um unsterblich zu werden. Brennende Leidenschaft und die Ahnung der Größe dessen, was nur durch sie geschaffen werden konnte, veranlasste den Menschen zu Höherem, zu unvergänglichen, ewigen Werken.

Wird einem sterblichen Menschen etwas derart Großes aus der geistigen Welt (die Welt aus der Künstler, Dichter, Denker, Komponisten schöpfen) gegeben, bedeutete dies, dass dieser Mensch nicht nur Macht über die geistige Intelligenzia, sondern mit diesem Werk auch Macht über Menschen hatte. Er wurde zu einem, der scheinbar die okkulten Geheimnisse kannte und in den Dialog mit einer übermächtigen Natur getreten war, denn nur im entrückten Zustand, in der Zurückgezogenheit gelingt ihm eine große Schöpfung. Wie jedes Epos aus einem entrückten Zustand und aus der Zurückgezogenheit aus dem Alltäglichen und durch die Hinwendung zum Nicht-Alltäglichen entstanden ist.

„Der Himmel erhöht ihn und öffnet ihm die Pforte zu Offenbarungen, weil er den Himmel dazu zwang, denn gebeten hatten vor ihm schon Tausende um ähnliches, was ihnen versagt blieb. Auch dem Himmel größere Diener als dieser. Was macht ihn also zu einem, dem der Himmel gehorcht, wenn nicht – Zauberei?“

Ich fand diese Gedankengänge schon immer äußerst interessant und habe mich deshalb intensiver mit der Wirkung von musikalisch unterschiedlichen Werken auf magische Vorgänge befasst. Ziel ist hier aber nicht, einzelne Werke zu benennen, ich kann mir aber vorstellen, das an anderer Stelle irgendwann noch einmal separat aufzugreifen (welche Musikstücke bewirken was usw.).

In o. g. Ausnahmefällen wurde also offenbar davon ausgegangen, dass nur seine persönliche Macht es dem Schöpfer eines Meisterwerks erlaubt, dass Geister ihm schenken, was andere vergeblich begehren. Denn den Zugang zu den höchsten Mächten – so war es schon immer – muss man sich erringen, weil das „Geheimnis“ sich ewig allein durch sich selbst schützt. Einem Sterblichen kann es – bei Gott! – nicht gelingen, das Himmelreich und seine Geister zu schauen, wenn er nicht mit dem Teufel selbst einen Bund geschlossen hat – so eine damals weitläufige Meinung.

Das Hinzuziehen von Musik (sakral, episch, meditativ etc., wichtig ist hier nur die Kraft und Stärke, die den Geist des Anwenders über die irdischen Begrenzungen hebt) kann für praktisch arbeitende Magier von größter Bedeutung sein. Musik durchdringt u. U. Welten, je größer und bekannter das Meisterwerk, desto größer die Reichweite. Große universelle Werke werden – so berichten es schon Universalgelehrte der letzten Jahrhundert – bis in die höchsten Himmel vernommen und zwar über die Art wie diese unsere uns umgebenden Körper verändert. Je nach Musik und die dadurch herbei gerufenen Empfindungen, die uns nicht zufällig, sondern beabsichtigt *über-kommen*, können wir durch Auswahl des passenden Stücks oder Werks auf erstaunliche Art andere Möglichkeiten in unser Leben ziehen (vergleiche hierzu auch das hier vor einiger Zeit schon einmal näher betrachtete Kapitel über Zaubergesänge). Das gleiche Prinzip kennen wir vom sogenannten Mond herunter singen, Regen singen, Geister durch Gesänge ermächtigen, die Macht der Worte, „Gutes“ oder „Böses“ beschwören. Wir müssen dieses Prinzip nur verstehen lernen.

Durch seine Rituale bringt sich der Magier/die Hexe/der Schamane in eine Stimmung, die sein Unterbewusstsein – das eigentliche Machtzentrum des Menschen – beeinflusst, es auf die neue Realität einstimmt und diese gleichzeitig in seinem Lebensplan fixiert, d. h. er schafft sich selbst eine neue Tatsache, von der er will, dass sie sich in seinem Leben manifestiert.

Die jeweilige Stimmung beinhaltet die Grund-Essenz der neuen/anderen Realität (z. B. Wut, Trauer, Euphorie, Liebe, Hass, Freude, Schöpfung, Vernichtung). Richtlinie ist hier – wie im Grunde überall in der okkulten Lehre – die Willenskraft, hervorgerufen durch bestimmte Emotionen, die man zum Zweck der magischen Arbeit auch „künstlich“ herbeiführen kann. Es ist entgegen der Überzeugung vieler esoterischer Strömungen, die sich oft auf etwas berufen, das sie selbst im Kern nie erforscht oder erfahren haben, kein Widerspruch, dass ein hohes Maß an Wut etwas Großes, Neues oder gar Gigantisches im Leben bewirken kann, einen längst fälligen Wandel, die Absprengung von schädlichen Einflüssen, eine ehem. Unwahrscheinlichkeit usw.

Es ist immer noch besser, aus der brennenden Kraft der Wut (einer extrem starken Kraft) heraus Neues zu erschaffen als ein halbherziges Gebet in den Äther zu kippen, weil es gerade „ganz nett“ wäre, wenn dieser oder jener Umstand eintreffen würde, es aber auch keine Rolle spielt, wenn nichts passiert, weil man eh nicht damit rechnet…

Wenn die Stimmung nicht „brennt“, für den Anwender nicht unhaltbar, kaum zu ertragen wird, weil sie aus ihm herausbrechen will (ich hörte „manchen“ dazu von der im Menschen wohnenden, aber in der Regel unterdrückten, weil manchmal zerstörerischen „Drachenenergie“ sprechen – dem einen oder anderen wird dieser Hinweis für eigene Forschungen in diese Richtung evtl. nützlich sein), dann bewirkt sie auch nichts.

Wer keinen Drachen oder Vulkan in sich und aus sich heraus gebären lassen kann, kann nichts deutliches, reales, sichtbares, brennendes, verwirklichtes und auch „undenkbares“ hervorbringen, da seine Flamme nur schwach brennt und beim kleinsten Windhauch erlischt.

Was bleibt ist seine Sehnsucht, da er den Hauch der Ewigkeit bereits geatmet, aber nicht in sein Leben „herunterbringen“ konnte. Eine kleine Narbe, eine schwache Erinnerung im Raum, die nie ganz verhallt, weil sie einmal Möglichkeit, aber niemals wahrscheinlich war, da für das „Leben“ zu schwach.

Dabei hast Du nur zu wenig gebrannt, als dass Dein Feuer andere Dimensionen hätte erreichen können.

Das gilt übrigens auch für die anderen Elemente unserer Welt: Erde, Wasser und Luft. Die größtmögliche Kraft der Erde äußert sich bekanntlich in der Gewalt eines gigantischen Erdrutsches, einem gewaltigen Erdbeben, also dem Versinken Deines alten Paradigmas in der aufbrechenden Erde. Beim Thema Luft wäre es z. B. die Kraft eines Wirbelsturms. Diese befähigt ihn zum Wirken von Taten, die über das „magische Mittelmaß“ herausragen können.

Es ist der Umgang mit dem entfesselten Chaos, das Betrachtern und Nicht-Okkultisten (aber auch durchaus Magie-Kundigen) gewöhnlich Angst macht. Dabei erfordert diese Arbeit in der Regel „nur“ ein hohes Maß an Disziplin und Konzentrationsvermögen, das nicht so unmöglich zu erreichen ist, wie es manche vermuten.

Der Mensch vereint – zumeist unwissentlich – alle diese elementaren Kräfte in sich, fühlt sich gemäß seiner Persönlichkeit aber häufig zu einer oder zwei Kräften mehr hingezogen als zu den anderen. Diese Hinwendung ist mit seinem Schicksal verknüpft (was sich auch in seinem Geburtshoroskop äußert) und hier liegt der Schlüssel zur Lenkung seines Schicksals. Er ermächtigt ihn, gleichzeitig fürchtet der um seine Macht Wissende, wenn er noch nicht lange mit diesen Kräften arbeitet, die Folgen seines eigenen Handelns. Daher wird es wichtig, dass er lernt, seine Möglichkeiten genau kennenzulernen, seine Kräfte richtig einzuschätzen und auf die Suche nach Antworten auf die Fragen „Ist dieses Ziel die Entfesselung des Feuers wert?“ (Er muss nämlich auch immer mit seinen Kräften haushalten und wird nichts Überflüssiges angehen, weil ihn die hohe Konzentration und die Vitalkräfte, die er aufbringen muss, für eine Zeit lang selbst körperlich und geistig schwächen kann).

Welches Ziel benötigt welche Stimmung, damit die das Chaos gebärende Kraft einer Art kosmischen Urschreis gleicht, der alle Schichten des Seins bis zum Urgrund durchdringt? Der nicht „überhört“ werden kann, der auch den formgebenden Geistern nicht entgeht, weil er ohne Zweifel, absolut und willensstark ist.

Nach dieser Stimmung wird der Magier/die Hexe/der Schamane seine Musik auswählen, sich zurückziehen und sich diesem Werk hingeben, z. B. in einer Meditation oder einem mentalen Ritual, bei dem das Lied, die CD oder das musikalische Werk immer wieder abgespielt wird bis sich nach einiger Zeit der Übung vor dem inneren Auge die zugehörigen Bilder (=Was will ich bewirken?) verselbständigen,

Es ist wichtig, dass man diese Form der Visualisierung übt, wenn man Erfolge haben will.

Nach einiger Zeit spielt sich, wenn das Übungsziel erreicht ist, vor dem inneren Auge ein zusammenhängender „Film“ mit dem Inhalt des neuen Paradigmas ab, Du wirst in diesen Sitzungen dann vom Lenker zum Beobachter, Dein Unbewusstsein weiß nämlich, was Du als Ziel gesetzt hast und setzt nach einiger Zeit die Bilder nach der Musik zusammen, die einzelnen Elemente/Bilder/Szenen bleiben interessanterweise steuerbar und können bei anderen Gelegenheiten (luzides Träumen, automatisches Schreiben etc.) verwendet werden.

Über sein Unterbewusstsein aktiviert der Magier sein eigenes Feld und zwingt dadurch sowie durch sein der neuen Situation angepasstes Verhalten bestimmte Möglichkeiten durch Zugabe seiner Vitalkraft zu Wahrscheinlichkeiten zu werden, die wiederum einen Prozess durchlaufen, bis sie in der materiellen Welt „ankommen“.

Dabei ist der Magier Gefäß, Tempel, Transformationskanal und Gebärender in einem. „Durch sich selbst“ kann er alles in seinen Kosmos hinein rufen, denn nur durch sich selbst hat er die größtmögliche Macht durch Kraft, Willens-, Wirk- und „Wegerecht“. Hier bestimmt er, was kein anderer für ihn in der Form bestimmen kann.

Nur durch die Übung an sich selbst lernt er seine wahren Möglichkeiten und Grenzen seiner okkulten Kräfte verstehen, was ihm dabei hilft, grundsätzlich auch andere Realitäten für andere zu bewirken. Auch wenn hierbei leicht abgewandelte Kriterien zu erfüllen sind.
Aber dazu vielleicht zu einem späteren Zeitpunkt in einem anderen Kapitel mehr.

Anthera


Copyright © Anthera / Anthera-Verlag



Sonntag, 21. Februar 2010

~ Jenseits der Wahrscheinlichkeit ~ Teil 1

 

Autor: Anthera


Wir gehen in diesem Modell davon aus, dass alles Sichtbare seinen Urgrund im Unsichtbaren hat. Nur wer die Mechanismen der einzelnen Sphären kennt oder „ausgelotet“ und darüber meditiert oder sinniert hat, kann die sichtbaren Ergebnisse und die ihnen vorausgegangenen Prozesse in ihren auch nicht-materiellen Zuständen versuchen zu imitieren.

Meine Ausgangsfrage war: Auf welcher Ebene realisieren sich eigentlich „Wunder“ bzw. welche Ebenen oder Sphären muss ein Ereignis durchlaufen, damit es sich in der Materie als „Wunder“ ausschüttet?

„Wunder“ nennen wir im Allgemeinen jene Ereignisse, deren Ausgangspositionen die Wahrscheinlichkeit gegen sich haben, d. h. das Resultat musste zunächst als „anders beschaffen“ (wie: fest-flüssig-ätherisch) in die Ursachensphäre eingehen um von dort wirken zu können. Den Menschen in seinem Element (=Materie) umgeben mehrere Wirksphären: physisch, astral, mental, kausal…

Die Kausalsphäre ist jene, auf der die Pläne, Konzepte für die sichtbare Welt in das Gefäß der Formung eingekippt werden.

Der Magier strebt sein Leben lang und in der Regel inkarnationsübergreifend danach, irgendwann die höchsten (d. h. auch die abstrakten) Ebenen zu erreichen, um den Mechanismus der Kräfte, die die Welt zusammenhalten und die sie formen, zu ergründen. Steht ein Ereignis bereits kurz „vor“ der Materialisation, ist es relativ einfach, hier nachzuhelfen bzw. den Werdungsprozess zu beschleunigen. Der Magier wird daher immer bemüht sein, sich die Wahrscheinlichkeit zum Verbündeten zu machen. Widerspricht ein Prozess aber der Wahrscheinlichkeit, reicht ein einfaches Ritual zum Herabziehen der noch unsichtbaren, aber bereits geformten Realität nicht mehr aus.

Die Frage lautet also, wie und wodurch kann er die „erhabenen“ Wirkebenen erreichen?

Antwort: Indem er zunächst versucht, Sichtbares bis an seinen Entstehungsursprung und darüber hinaus zurückzuverfolgen, um sich die Werdungs-Abläufe vor Augen zu führen…(nebenbei bemerkt: wir können niemals abschließend sagen, welche Aspekte zusammen genommen berücksichtigt werden müssen, um das „absolute“ Ziel zu erreichen, aber wir können versuchen, den Schöpfungsprozess zu verstehen und ihn ggf. imitieren).

Betrachte zunächst einen sichtbaren Gegenstand (und später ein Ereignis) anhand eines real existierenden Beispiels und verfolge es über die Zerlegung in seine Einzelteile (bzw. Eigenschaften) zurück bis es wieder aus der Materie verschwindet Verliere es dabei aber nicht aus den Augen, sondern erschaffe vielmehr ein logisch aufgebautes System, also von der Herstellung zurück in die Planphase zurück zur Idee, zurück zur Ursache usw…

Diese Sphären müssen sowohl zusammen genommen als auch getrennt voneinander auf möglichst viele Charakteristika überprüft bzw. in die Überlegungen mit einbezogen werden. Erst wenn Du ein funktionierendes Gefüge der mit- und ineinander wirkenden Mechanismen der einzelnen Wirkebenen verinnerlicht hast, kannst Du probieren, damit zu experimentieren.

Dabei kann folgendes Modell unterstützen (eine Vollständigkeit ist hier in der Kürze nicht gegeben, es soll lediglich zur gedanklichen Weiterführung der Schöpfungsszenarien anregen):

Die Dimensionen der Realität:

Erschaffenes/Materielles/in die Materie gekommenes resultiert z. B. aus den folgenden Schritten:

1. Notwendigkeit – Idee – Planung – Herstellung – Angebot

Oder

2. Idee – Planung – Herstellung – Angebot
(„Nachteil“: keine Notwendigkeit, d. h. die Notwendigkeit muss erst geschaffen
werden)

Das 1. Erzeugnis/Ereignis wurde aus einer Notwendigkeit heraus geschaffen, beim 2. wurde die Notwendigkeit nachträglich erschaffen.

3. Die Notwendigkeit ist hier z. B. die „Beschaffung von Geld“ und nicht das IDEALE Erzeugnis, d. h. das Erzeugnis ist wahrscheinlich von geringerer Qualität (weil die Ursache nicht in der Notwendigkeit des Gegenstandes, sondern in der des Profits liegt) und wird sich langhaltig nicht durchsetzen.

4. Um das Resultat zu begünstigen, muss daher mit dem „wahren“ Willen durchsetzen (Erklärung des „wahren“ Willens siehe weiter unten).

Übung: Sinniere darüber, welche Notwendigkeiten welche Resultate begünstigen und welche das Resultat verfälschen.

Wenden wir uns nun der Notwendigkeit zu:

Aus welchen Ursachen resultiert die Notwendigkeit?

1. Ein Bedürfnis (z. B. die Vereinfachung des Alltags) ist Motor für die Notwendigkeit, ein bisheriger Zustand soll verändert/ergänzt werden oder ein bestimmtes Ereignis soll eintreffen

2. Um von einem in den anderen Zusammenhang/Zustand zu wechseln, werden bestimmte Voraussetzungen zur Notwendigkeit (ohne das eine kann das andere nicht entstehen usw.) ohne die der Wechsel nicht stattfinden kann.

Können wir grundsätzlich annehmen, dass der WILLE Ursache einer Notwendigkeit ist?
Oder dass der WILLE eine Notwendigkeit (er)schafft?

Wenn wir dieses Paradigma übernehmen, richtet sich das Sein also nach dem WILLEN (von jeweils irgendwem/irgendwas) und der Wille ist die Basis der Notwendigkeit.

Der „Wille Gottes“ lenkt die Welt, so heißt es in allen Weltreligionen. Können wir Wille hier vielleicht als Schöpfungsmotor sehen? Und Gott als Metapher oder metaphysischen Platzhalter für „alles, was möglich wäre oder ist, das an die Schöpferstelle treten kann“?

Und wie verhalten sich hier Möglichkeit und Notwendigkeit zueinander?

(… weiter im 2. Teil)


Anthera, im Februar 2010

Copyright © Anthera-Verlag / Anthera



Montag, 1. Februar 2010

~ Wicca Ritual ~

 

Autor: Isariah

Rituale gibt es schon seit Menschengedenken. Und jeder hat schon so seine eigenen kleinen oder großen Riten ausgeführt und tut dies noch immer. Oftmals unbewußt und ohne sich große Gedanken darüber gemacht zu haben. Aber schon das tägliche Zähne putzen ist ein solches. Oder das abendliche Vorlesen im Kinderzimmer. Diese kleinen regelmäßigen Abläufe ohne welche wir uns den Tag gar nicht mehr vorstellen können, können schon als Rituale genannt werden. Für diese für uns doch so wichtigen Handlungen nehmen wir uns die Zeit ja wir freuen uns teilweise sogar darauf. Um sie dann auch mit viel Liebe und Innigkeit auszuführen. Oh ja, auch beim Zähne putzen verbindet uns eine Innigkeit, und zwar zu uns selbst zu unserem Körper den wir ehren indem wir ihn pflegen und gutes antun.
Die Zeit in der es noch keine Fernseher gab, keine Technik für die Bequemlichkeiten, da waren die Rituale allgegenwärtig. Das Beisammensein nach getaner Arbeit, das gemeinsame Essen waren Bestandteile in vielen Familien. Hier sprach man dann über den Tag, über Arbeiten die noch getan werden mußten.
Da man vom Wetter abhängig war, wenn die Ernte eingebracht werden mußte, verehrte man den Wettergott (das Göttliche) indem man ihn huldigte ihm zu Ehren ein Fast gab und Opfer darbot. Man bat Demeter ( der Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit), um eine reiche Ernte. Diese in regelmäßigen Abständen vollbrachten Huldigungen verstärkten die natürlichen Verbindungen zur Mutter Natur.
Und noch früher, als die Menschen in Höhlen oder in Zelten lebten verehrten sie die Natur auf ganz besondere Weise. In jedem Dorf und in jeder Gemeinde gab es diese Menschen mit ganz bestimmten ausgeprägten Fähigkeiten. Sie taten den ganzen Tag und auch die Nächte nichts anderes als sich der Natur mit seinen riesigen Geheimnissen zu öffnen. Sie erlangten dadurch das Verständnis, um die Geschehnisse der Naturgewalten. Sie konnten mit der Anderswelt kommunizieren und waren so die Vermittler zum Göttlichen. Sie wurden von den Menschen in ihren Gemeinden verehrt. Und sie wiederum verehrten die Götter, sie wußten diese für ihre Sache zu gewinnen. Um ihnen wohl gesonnen zu sein brachten sie ihnen Opfergaben und es entstanden die Altäre. Sie waren heilig und bedurften den besonderen Schutz und die Verehrung der ganzen Gemeinde. Der Altar wurde zu bestimmten Anlässen besonders liebevoll geschmückt. Dadurch wurde den Gottheiten gedacht. So hatte dann wohl jede Gemeinde ihre eigenen Gottheiten welche angebetet wurden.

Der Zyklus der Natur spiegelte sich in den einzelnen Festen wieder. Und so wurden aus den immer wiederkehrenden Festlichkeiten schon bald kleine Rituale. Diese wiederum waren immer einem bestimmten Ereignis einem Gott und einer Göttin gewidmet. Wir kennen heute unsere acht Hexenfeste welche hier den Zyklus der Natur widerspiegeln:
Mond Imbolc, Sonne Ostara, Beltane, Litha, Lughnasad, Lammas, Mabon, Samhain, Yule Die Jahreskreisfeste auch Hexensabbate genannt sind acht gleichmäßig verteilte Stationen im Kreislauf, den die Sonne in einem Jahr durchzieht. Sie werden eingeteilt in vier Sonnenfeste und vier Mondfeste. Die Sonnenfeste werden an den markanten Wendepunkten der Sonne gefeiert, wie Tag- und Nachtgleiche und Sonnwende. Die Mondfeste liegen exakt dazwischen.
Hauptsächlich wurden und werden Rituale für die magische Arbeit genutzt. So helfen sie uns Zauber, Anrufungen und Gebete direkt an Göttin und Gott weiterzugeben. So erhalten wir deren Aufmerksamkeit und können uns ganz unserer Bitte zuwenden. Der persönliche Kontakt zwischen Hexe und Gottheit ist sehr wichtig welche durch die Anrufung noch verstärkt wird. Um eins zu sein mit seiner Gottheit sollte unbedingt ein Ritual durchgeführt werden. Hierbei ist es erstrebenswert immer den gleichen Ritualablauf anzuwenden.

Der Ritualaufbau
Zuerst werden einige Utensilien benötigt, welche für das Ritual und jeder Art von Magie gebraucht werden.

Der Athamen – ein zweischneidiger Ritualdolch, welcher ausschließlich zum Lenken von Energien genutzt wird
Der Kelch - idealerweise aus Kupfer, andere Materialien können jedoch auch verwendet werden
Das Pentakel – in Form einer Scheibe, einem Teller. Bestehend aus Holz oder Metall, jedoch möglichst aus einem 
erdigen Material besteht, da es die Erde symbolisiert
Ein Räuchergefäß – am besten in Form einer Schale, die aus feuerfestem Material besteht
Zwei kleine Schalen – für Wasser und für Salz, wieder aus Kupfer oder einem ähnlichen Material
Kerzen – ich bevorzuge zwei Teelichter welche sich ständig auf meinem Altar befinden 
und farbige Haushaltskerzen, welche man entsprechend dem Anlass aussuchen sollte

Habe ich all diese schönen Dinge zu einem kleinem Gesamtmeisterwerkt aufgebaut, -ach ja natürlich wäre es toll, wenn man einen kleinen Tisch eine kleine Holzbank oder dergleichen zur Verfügung hat. Dieser sollte dann ausschließlich als Altar dienen- kann die eigentliche Arbeit losgehen. Nicht zu vergessen das Altartuch. Hierbei ist der Fantasie keine Grenzen gesetzt. Schön wäre es wenn sich auf ihm das Pentagramm befindet und vielleicht noch einige typische magischen Hexenzeichen. Wichtig ist nur, das man dazu dann auch eine gewisse Beziehung hat. Da ich die Mondgöttin absolut verehre, werden es demzufolge ihre Zeichen sein, mit denen ich mein Tuch schmücke.
Nun wäre der Zeitpunkt, mit dem Ritual zu beginnen. Wir befinden uns in einem Raum oder an einem entsprechend schönen Ort mitten in der Natur. Dazu sollte man sich etwas Zeit nehmen, um sich auf die Energien dieses Ortes einzustimmen. Alle Teilnehmer tauschen sich nun aus wer was wann tun soll. Es gibt dem Ganzen immer mehr Dynamik wenn sich wirklich alle Teilnehmer voll mit einbringen. Jeder Mitwirkende sollte eine schwarze Robe möglichst mit Kapuze dazu anlegen. Damit ist schon der erste Schritt in eine andere Welt getan. Mit dem Überstreifen dieser stimmt man sich in die bevorstehende Zeremonie ein. Einen Gürtel welcher aus Naturfasern bestehen könnte wie beispielsweise eine farbige Kordel ist wünschenswert. An dieser wiederum kann der Athame befestigt werden.
Der Altar sollte jetzt in Richtung Norden -was für die Erde steht und Festigkeit und Stärke symbolisiert- stehen, meiner steht in Richtung Osten weil dort die Sonne aber vor allem meine Mondin aufgeht.
Ich denke aber, das der Altar in jeder Himmelsrichtung stehen kann und dies keinen wirklichen Einfluß auf die Wirksamkeit des Rituals hat.
Der Altar kann jetzt ganz individuell geschmückt werden. Dabei sollte man sich des Themas bewußt werden. Zu den acht Jahresfesten gibt es spezielle Anregungen die diese Feste widerspiegeln. Beim Schmücken des Altars sollte jeder mithelfen und Dinge verwenden die mit dem Ritual in Verbindung stehen.
Für das Element Erde verwenden wir ein Gefäß oder eine hübsche Schale mit Salz. Ähnlich dieser sollte das Gefäß für das Wasser ausfallen, welches für das Element Wasser steht. Das Räuchergefäß wird mit Räucherkohle und entsprechender Räucherung gefüllt und steht für das Element Luft. Nun fehlt noch das Element Feuer, welches durch die Altarkerze symbolisiert wird. Damit zeigen wir den Elementen -die wir nachher rufen- ihre besondere Bedeutung an.

Hier nun eine klassische Vorgehensweise des Wicca-Rituals.
Denkt immer daran eure magischen Gegenstände vor der Benutzung zu begrüßen, dies kann durch einen innigen Kuß auf den jeweiligen magischen Gegenstand erfolgen.
Eine schöne Geste, welche uns zeigt, daß das Ritual beginnt, ist das Anzünden der Altarkerze. Alle Teilnehmer stellen sich daraufhin im Kreis auf und zelebrieren den Baum des Lebens. Es kann Einen geben der die Anderen führt. Es kann aber auch jeder für sich allein dies tun.
Dies wird getan, um sich zu erden was sehr wichtig ist. Man gewinnt dabei eine eigene Stärke und Standhaftigkeit und vor allem seine innere Ruhe. Man löst sich von der Außenwelt und tritt ein in eine eigens dafür erschaffene Atmosphäre. Es wird eine Verbindung zwischen Himmel und Erde hergestellt, der ewige Kreislauf des Lebens. Man wird eins mit der Natur, dem Ort an dem man gerade befindet.

Was jetzt kommt ist sehr wichtig. Die Reinigung.
Man sollte innerlich und äußerlich rein und sauber sein. Wir wollen gute kraftvolle Energien anziehen. Auch der Ort an dem wir uns befinden sollte sauber und rein sein. Man könnte z.B. in der Natur den Hexenbesen verwenden, um den Ort auszufegen, alle negativen Einflüsse zu entfernen, abzuschütteln. Der Geist, der Kopf sollte rein und “leer” sein.
Bitte nehmt euch vorher einige Sekunden Zeit, um euch richtig auf diesen Ort und der folgenden Handlung einzustimmen. Seid eins mit dem was ihr tut und vor allem denkt immer daran: Euer Wille kann einen Zauber auslösen. Ihr setzt eure magische Energie frei.
Zuerst wendet man sich dem Altar zu, um diesen zu reinigen, danach sich selbst und dann alle Teilnehmer und natürlich sollten die jeweiligen Himmelsrichtungen die Elemente im Osten im Süden im Westen und im Norden nicht vergessen werden. Die klassische Variante wäre die Wasser-Salz-Reinigung.
Sodann wird der Geist des Wassers gerufen mit den Worten:
»Ich beschwöre dich oh Wesen des Wassers, auf das du alle Unreinheiten und Unsauberkeiten der Welt, der Geister, der Illusionen abwirft….Daher segnen wir dich mit den heiligen Namen von … und…«
Währenddessen wird mit der Athame ein Kreis deosil in der Wasserschale gezogen. Nun führt man die Athame in die Schale welche mit dem Salz gefüllt ist und spricht die Worte:
»Sei gesegnet, oh Wesen des Salzes halte alles Schlechte und Hinderliche fern und laß alles Gute herein…Daher Segnen wir dich mit den heiligen Namen von … und …«
Anschließend wird mit der Spitze der Athame das gesegnete Salz in das gesegnete Wasser getaucht. Diese Handlung erfolgt dreimal. Mit der Athame wird nun deosil ein Kreis in der Wasserschale gezogen und gleichzeitig die Worte gesprochen:
»Doch erinnere dich und denke immer daran, so wie das Wasser den Körper reinigt so reinigt die Geißel die Seele daher segnen wir dich mit den heiligen Namen von … und …«.
Zum Schluß zieht man mit der Athame ein Pentagramm in der Wasserschale taucht am Ende mit der Spitze der Athame in die Mitte des Wassers ein
und spricht: »SO SEI ES!«
Nun taucht man Mittelfinger und Daumen ins Wasser streckt den Arm nach oben aus und sprenkelt das Wasser ab mit den Worten:
»Im Namen des Lebens! Das gleiche nach unten: im Namen des Todes! SO SEI ES!«
Nun wird der Altar mit all seinen magischen und anderen auf ihm befindlichen Gegenständen gereinigt. Danach reinigt man sich selbst, indem man einen Schluck aus der Wasserschale trinkt. Jeder einzelne Teilnehmer wird nun mit den Worten begrüßt sei gesegnet, um dann aus dem Kelch mit dem gesegnetem Wasser zu trinken. Bei diesen Handlungen werden die Worte: »mit Wasser und mit Salz reinige ich dich!« gesprochen. Nun geht man deosil im Kreis, wobei man sich schon vorher darüber ausgetauscht hat ob man im Norden oder im Osten beginnt. Man sprenkelt das gesegnete Wasser mit den Worten:
»Mit Wasser und mit Salz reinige ich …« und vollführt dies in alle vier Himmelsrichtungen.
Dabei sollte beachtet werden, das egal was man gerade tun will, man sich immer deosil (also im Uhrzeigersinn)im Kreis bewegt.

Die Reinigung ist erfolgt und nun man wird erfüllt mit Feuer und mit Rauch. Der Ablauf ist ähnlich wie der bei der Wasser-Salz-Reinigung. Man beginnt am Altar, indem man die vorher bereitgestellte Räucherung in die vorbereitete Räucherschale gibt. Auch hier beginnt man mit dem Altar, dann man selbst, danach die anderen Teilnehmer. Mit der Räucherung werden alle Anwesenden “erfüllt”. Dies geschieht dadurch, daß jeder den Rauch einatmet und in ihn wortwörtlich eintaucht, mit den Worten des Zelebrierenden: »Ich erfülle dich mit Feuer und mit Rauch.« Dieser geht dabei mit dem Räuchergefäß, um jeden einzelnen herum. Und zuletzt werden die vier Himmelsrichtungen bedacht.
Zweck dieser Übung ist nachdem man nun gereinigt ist, sich und den magischen Platz zu erfüllen. Traditionell entspricht der Rauch auch dem Atem der Götter. Das Räuchern als solches hat eine vieltausendjährige Tradition, sowohl zu religiösen, als auch zu medizinischen Zwecken. Im Ritual dient es eher dazu den Wesenheiten und Gottheiten näher zu kommen.
Dafür wiederum bedarf es den Schutzkreis.
Dieser ist wichtig, um einen Rahmen zu schaffen, vergleichbar mit einer großen hellleuchtenden Kugel (wobei hier der Phantasie keine Grenzen gesetzt werden, wie man ihn sich am besten vorstellt. Ganz wichtig ist es, ihn zu visualisieren – die Kraft der bildlichen Vorstellung, welche die Macht in sich birgt zu erschaffen und somit real zu werden.).
Man schafft sich einen Raum jenseits von Gut und Böse, jenseits der alltäglichen Welt, eine kleine Welt ein kleiner ferner Ort, ein Raum, um den Wesenheiten die Möglichkeit zu geben, ungestört zu kommen. Einen Raum der die feinstofflichen Energien anzieht und beschützt. Denn das ist der Ort, wo man als Hexe und Magier geschützt agieren kann.
Mit dem Athame wird er deosil gezogen, wobei man sich schon vorher im Klaren darüber sein sollte, wie groß er sein wird. Auch hier spricht man zur Unterstützung der Anrufung einige beschwörende Worte: »Ich beschwöre dich, oh Ring der Macht…«. Danach, sollten die einzelnen Wächter eingeladen, gebeten werden zu kommen.
Den Wächter des Ostens Euros als Quelle der Luft, Den Wächter des Südens Notus als Quelle des Feuers, den Wächter des Westens Zephiros als Quelle des Wassers und zum Schluß den Wächter des Nordens Boreas als Quelle der Erde.
Beim Öffnen wird ein beschwörendes Pentagramm mit der Athame gezogen, dabei spricht man die Worte: »Ich öffne ein Tor im Osten, Euros, ich/wir rufen Euros, Herr der Luft schwinge herbei, wir rufen und beschwören dich komm zu uns, um unseren Kreis zu schützen und Zeuge unseres Rituals zu sein. Sei hier und jetzt Heil und Willkommen.« Bei den Anrufungen der einzelnen Wächter kann man sie sich als heran schwebende Wesenheiten in den jeweiligen farblichen Aspekten vorstellen. Meine Assoziationen sehen so aus (natürlich kommt es auch immer auf die jeweils herrschende Wetter- Stimmung an):
Herr des Ostens in strahlendem Weiß oder Blau aus den Wolken der Luft heran schwebend
Herr des Südens im glühendem Rot und Gelb als lodernde feurige Flamme
Herr des Westens in den Farben blaugrün, graublau, strahlendes Meer, Herrliches Meeresrauschen
Herr des Nordens in den warmen Naturfarben braun, ocker, beige, als starkes ruhiges beschützendes kraftvolles Wesen

Wir haben die vier Wächter gerufen und jeder, der dies schon einmal erlebt hat, kann diese Kraft, diesen Schutz spüren. Ich für meinen Teil bin jedes mal von neuem entzückt und erstaunt über diese enorme Kraft.

Nun sind alle Vorbereitungen für die eigentliche Arbeit getroffen. Der sogenannte Hauptteil des Rituals ist von Mal zu Mal unterschiedlich, entsprechend ob es ein Jahreskreisfest, ein Mondritual oder ein entsprechender Arbeitskreis sein soll. Gott und Göttinnen werden gerufen. Dazu wird zuvor der Kraftkegel zelebriert. Im allgemeinen durch ein zuvor abgestimmtes Mantra, in welches sich nun wirklich jeder einzelne Teilnehmer mit einbringen sollte. Um so intensiver das Mitwirken jedes Einzelnen, um so mehr Kraft, um so mehr Energien können aufgebaut werden. Gott und Göttin können in den Kreis gerufen werden -Evokation- oder aber der Hohepriester und die Hohepriesterin stellen ihren Körper als Kelch zur Verfügung und es erfolgt eine, bzw. zwei Invokation/en. Dieser Teil kann ganz unterschiedlich gestaltet werden.

Man kann eine invozierte Gottheit z.B. um Rat und Tat in allen Lebensbereichen befragen. Wenn es schwierige Situationen gibt oder sich Menschen im Umfeld merkwürdig verhalten, kann man die Wesenheit fragen, wie man mit z.B. einem sehr launischen und cholerischen Chef umgehen soll, was man tun kann, um eine bestimmte Position oder Beförderung zu bekommen usw…
Oder man kann die Gottheit bitten, während ihrer Anwesenheit Gegenstände, Talismane, Fetische oder Schutzamulette usw. aufzuladen bzw. mit der Energie der Göttin/des Gottes zu füllen…
Die Arbeit mit den Gottheiten beinhaltet auch immer eine Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich, mit dem magischen Selbst, denn Rituale sind der Schlüssel zum Geist, der Schlüssel zu Gott und Göttin. Hierbei sollte allerdings nicht verwechselt werden, daß das Wesen und die Wirkung der Magie nicht aus dem Inneren kommt. Außerhalb der Hexen/Magier existieren Wesenheiten mit eigener Individualität mit welchen es gilt, Kontakt aufzunehmen und diese als Freunde und Helfer zu gewinnen. Niemals befehlen wir! Wir bitten in geeigneter Form, um Hilfe, um im Einklang mit dem Willen eine Veränderung herbei zu führen.

Bevor man nun zum feierlichen Beisammensein kommt, werden vom Hohepriester und der Hohepriesterin der Kelch mit dem Wein gesegnet, sowie in der klassischen Art der Kuchen (kann auch selbst gebackenes Brot sein). Dazu kniet der Hohepriester vor die Hohepriesterin nieder und spricht die heiligen Worte:
»So, wie die Athame männlich ist so ist der Kelch weiblich und zusammen bringen sie den Segen der Götter.«
Der Hohepriester oder die Hohepriesterin reicht den gesegneten Kelch mit Wein weiter. Hierbei erfolgt der Segnungskuß. Das Gleiche erfolgt mit dem geteilten Kuchen.
Das feierlichen Zusammensein wird je nach Raum und Zeit unterschiedliche Impulse beinhalten. Ganz wichtig ist hierbei noch, daß der magische Kreis möglichst nicht verlassen werden darf. Sollte dies doch einmal nötig sein, so sollte derjenige ein Tor öffnen, hinaustreten und es dann sogleich wieder verschließen. Das Gleiche gilt beim erneuten Betreten.
Ist der Rausch des Festes vorbei muß der Schutzkreis aufgelöst werden. Zu allererst danken wir den Gottheiten für ihre Anwesenheit. Danach werden die vier Wächter verabschiedet. Ähnlich wie bei der Anrufung wird jeder einzelne nun durch ein bannendes Pentagramm mit den Worten: »… ich danke dir für deine Gegenwart. Kehre nun in dein Reich zurück. Segne uns und sei gesegnet. Heil und Lebe wohl. Ich schließe das Tor im…«
Der Kreis wird durch die Athame gegen den Uhrzeigersinn aufgesogen, aufgelöst. Es gibt alternativ die Möglichkeit, den Schutzkreis durch ein lautes gemeinsam ausgerufenes „Patt!“ aufzulösen. Alle Teilnehmer können sich nun mit einer herzlichen Umarmung gegenseitig danken.

Ich denke, man kann dieses Thema noch viel ausführlicher beschreiben. In der Hoffnung alle wichtigen Dinge kurz angeschnitten zu haben endet hier mein Bericht mit einem persönlichen Fazit:
Es gilt für alle Hexen, auch die, die sich einem Coven angeschlossen haben.
 Lass Dich nie zu etwas zwingen, was Du selbst nicht willst, denn das ist nicht der Weg der Hexe!

Seid ganz nett gegrüßt, Isariah


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Donnerstag, 22. Oktober 2009

~ Seidhr – Urform der europäischen Magie ~

 

Autor: Anthera

Die Seidhr-(nordisch: Seiðr)-Magie ist eine uralte magische Technik der indoeuropäischen Völker. Sie wurde nach dem spirituellen Kosmos der damaligen Kulturen den Menschen vom Göttergeschlecht der Vanen beigebracht. In der Überlieferung waren es häufig (aber nicht ausschließlich) weibliche Mitglieder der nordischen Völkergruppen, die sich mit Seidhr-Magie beschäftigten. Sie ist nur noch fragmentarisch überliefert und erfordert daher ein hohes Maß an Eigeninitiative, um Erkenntnisse darüber zu erlangen, wie Seidhr anhand der noch erhaltenden Bruchstücke wahrscheinlich angewendet wurde.
Die lenkende Macht des Seidhr ist die Vorstellung der Kraft aus sich selbst heraus, d. h. diese uralte Form der Zauberei kommt im Kern ohne äußerlich anzuwendende Hilfsmittel aus. Sie bedient sich der eigenen Kraft unter Zuhilfenahme der 4 Elemente Feuer, Wasser, Luft und Erde.
Um Prozesse zu beleben, zu beschleunigen, um zunächst unbeseelte (tote) Dinge mit Leben zu füllen, neue Lebensformen zu erschaffen oder sich mit den unsichtbaren Welten zu verbinden wurden Gegenstände, Bilder, Imaginationen, heilige Orte, Menschen, Tiere oder Haushaltsgegenstände besprochen oder je nach Intensität und Zweck auch besungen. Die Wirkung lag dabei in der „richtigen“ Intonation. Der Gegenstand wurde durch Gesang beim „Namen“ genannt, Namen nicht als Folge von Buchstaben gemeint, sondern als Verkettung verschiedener „Essenzen“ (einzelner Buchstaben) zu einem harmonischen Ganzen.
Durch die Stimme des Seidhr-Magiers wird der zu besingende Gegenstand zu einer u. U. neuen, ätherischen Gestalt gebracht, d. h. man kann die Schwingung je nach gewünschtem Resultat erhöhen oder reduzieren, um bestimmte Wesensveränderungen oder das Herausstreichen einer Absicht zu bewirken.
Ein verlorenes Gleichgewicht kann wieder hergestellt werden, z. B. wenn ein Mensch aufgrund einer Krankheit niedrigfrequent schwingt, und zwar durch Ausgleich und Erhöhung der Frequenz im Sinne der Harmonie und des Hinwirkens auf ein in uns selbst ruhenden Heilungsvermögens. Von außen kann den Menschen nichts heilen, wenn er innerlich nicht die Weichen dafür stellt. Deshalb liegt nah, dass Heilung allein im Außen niemals möglich ist.
Die Tradition von Zaubergesängen führt uns sicherlich bis zu den prädynastischen Wurzeln menschlicher Existenz. Lange ist es kein Geheimnis mehr, dass fast überall auf der Welt Völker existierten und existieren, die zu bestimmten Zeiten oder zu bestimmten Zwecken Naturgewalten, Menschen, Tiere und Götter besangen, um sie für sich einzunehmen.
Der Seidhr-Mensch hebt die irdischen Grenzen mit dieser Technik auf, kann über höhere Selbste mit anderen Welten kommunizieren und erhält Antworten auf die Themen des alltäglichen Lebens. Seidhr ist Lebenshilfe pur und ganz direkt. Klar und schnörkellos.
Das Prinzip des Gleichklangs finden wir z. B. auch bei den Stimmgabeln wieder. Angeschlagen erzeugen sie einen bestimmten Ton und ihre Schwingung wird auf die unmittelbare Umgebung übertragen, setzt sich sogar in dieser fort. Der angeklungene Gegenstand verhält sich dann genau wie sein Klang, der vorgegeben wurde. Er klingt in A oder C, eben wie die Gabel.
Das verstanden die Indoeuropäer u. a. unter Seidhr. Das Wort ist sehr alt, sodass keine eindeutige Überlieferung der ursprünglichen Wortbedeutung überlebt hat. Als gesichert gilt der Zusammenhang mit den Vanen und der Zauberkraft, mit denen die Vanen die Asen so sehr reizten, dass es sogar zum Krieg zwischen den beiden Göttergeschlechtern kam.
Mit der Seidhr-Technik sind wir jedoch nicht nur. in der Lage, Klangkörper zu erschaffen, die sich miteinander in Harmonie befinden.
Es überrascht nicht, dass aufgrund der alten und langen Tradition des Seidhr in der Abendländischen Kultur viele Zauberformeln in Gesänge eingewebt wurden und so zu überlieferten und auch verbotenen Zaubergesängen wurden. In der jüdischen Mystik ist uns das Prinzip der Kabbala bekannt, die von der Kraft einzelner Buchstaben ausgeht, die intoniert bestimmte Kräfte beinhalten, die man für sich nutzen kann. Ein Name hat daher auch immer eine ganz bestimmte Qualität, wie weiter oben schon einmal beschrieben, ist es weniger der Namen selbst, sondern die einzelnen Buchstaben, die intoniert eine bestimmte Kraftkonzentration ausmachen. Jeder Buchstabe, jeder gesungene oder intonierte Ton bewirkt dabei einen ganz speziellen Aspekt in der materiellen Realität.
Gebete, Anrufungen, Beschwörungen, geflüsterte, gesungene oder gesprochene Formeln (bereits existierende oder für einen eigenen Zweck erschaffene) fallen unter diese Tradition. Aber auch Trance-Reisen, Divination und der Kontakt zu den Ahnen.
Das Wort oder der Buchstabe selbst hat hier die Macht, der Zaubergesang erweckt diese durch das Werkzeug Stimme zum Leben, da es von der Existenz bestimmter Kräfte ausgeht, die im „gesprochenen Wort“ (bzw. Buchstaben) inne wohnen.
Als Trancetechnik verwendet kann man über die astralen Ebenen mit der Seidhr-Technik auf die Realität einwirken. Dazu wird es notwendig, dass ein (innerer) Raum geschaffen wird, das wir uns wie ein Zimmer, das wir selbst gestalten, auf der astralen Ebene vorstellen können. Dies wird der Ausgangspunkt aller Seidhr-Aktivitäten.
Ziel dieser Raumschaffung ist zum anderen auch die Reduzierung großer, aufwendiger und manchmal nicht praktikabler Ritualabläufe auf das Wesentliche. Rituale sind gut und richtig, auch wichtig, um komplexe okkult-magische Zusammenhänge zu verstehen, sie müssen aber nicht immer zwingend sein. Die Seidhr-Leute kommen in der Regel auch ohne große Ritualistik aus, manchmal befindet man sich auch an einem Ort (z. B. im Urlaub), wo man nicht alles (oder auch mal nichts) zur Hand hat.
Bei dieser alten Technik, die ein in sich geschlossenes magisch-okkultes Weltbild ergibt, geht es primär um den Gleichklang, um die Harmonisierung, das Aussenden und Empfangen in einem, das der selben „Form wegen“ auf eine gleiche oder ähnliche Frequenz bringen ( „wie…“) oder auf die Schwingung eines Zustands, den ich (noch) erreichen will. Seidhr ist die klassische Form einer magisch-okkulten Simulation.
Das Prinzip ist metaphysisch-okkult betrachtet auch so zu beschreiben:
Wenn Du willst, dass der Frosch zu einem Wolf wird, dann behandle ihn auch ohne Zweifel als einen solchen. Nenne ihn Wolf, suggeriere ihm in allem, was Du tust und denkst, er sei ein Wolf. Und er wird nicht mehr quaken, sondern heulen…

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Donnerstag, 24. September 2009

~ Rückholung von Eigentum ~

 

Autor: Anthera

Rückholung von entwendetem Eigentum

Noch vor 100 Jahren fand man diesen Brauch häufiger, in einigen ländlichen Gegenden hat er sich sogar als zumindest erzähltes Volksgut bis in die heutige Zeit erhalten: Die Rückholung von entwendetem Eigentum. In anderen Kulturen jenseits der Wegwerf- und Abschreibungsgesellschaften wird sie wie selbstverständlich weiter gepflegt.

Heute wird diese im Grunde zeitlose Technik – wenn sie überhaupt jemand thematisiert – in den modernen Metropolen und im hoch aufgeklärten Zeitalter gern belächelt und daher mitunter häufig nur noch im Verborgenen praktiziert. Sie gilt weithin als angestaubt, verklärt, und für manche über-modernen Menschen sogar als ein Relikt einer ehemals ohnmächtigen Gesellschaft, die sich nicht anders zu helfen wusste. Denn die Polizei war noch lange nicht überall und zu jeder Zeit nah, um (Ab-)Hilfe leisten zu können. Allerdings kennt jeder auch die Kehrseite der Schadens-Medaille: Diebstähle haben in den letzten Jahrzehnten rasant zugenommen, die Polizei ist restlos überfordert und kommt über die Aufnahme einer Schadensmeldung in der Regel nicht hinaus, wenn nicht gelegentlich der „Zufall“ mitspielt.

Aber warum sollte man dem „Zufall“ nicht zu bestimmten Zeiten oder unter gewissen Bedingungen auf die Sprünge helfen können? Nichts anderes wurde damals versucht. Und führte soger zum gewünschten Erfolg. In volkskundlichen Werken oder in Heimatmuseen findet man gelegentlich noch das eine oder andere erhaltene „Rezept“. Adaptiert in die heutige Zeit ergibt sich folgendes Bild:

Sicherlich hat irgendwann einmal jeder Mensch eine (oder sogar mehrere) Situation erlebt, in der ihm etwas entwendet wurde. Ein Fahrrad, die Geldbörse mit allen Karten und Papieren, die Handtasche, eine Armbanduhr, ein Schmuckstück usw. Wenn man den Verlust bemerkt, ist der Verursacher (der Dieb) in der Regel schon über alle Berge und man wird seitens der Polizei, der Freunde und Familie angehalten, das entwendete Eigentum abzuschreiben. An manchen Gegenständen (besonders dann, wenn es ein fahrbarer Untersatz ist) hängt man schließlich sehr und es fällt auch niemandem leicht, sofort das vielleicht nicht mehr so neue Fahrrad abzuschreiben, nur weil in Berlin am Tag 100 Fahrräder gestohlen werden, von denen die meisten natürlich nie wieder den Weg zu ihren einstigen Besitzern nehmen.

Bei der Suche nach alt überlieferten Zauberpraktiken – immer im Sinne der Re-Integration in die heutige Zeit – bin ich vor Jahren u. a. auf die Beschwörung von Diebesgut gestoßen, die schon in der Antike bekannt war.

Ist also etwas gestohlen worden, gibt es aus magischer Sicht mehrere Möglichkeiten, die man anwenden kann, um sein Eigentum zurückzubekommen. Die hier aufgezeigten 3 Möglichkeiten sind nur ein paar Beispiele. Sie werden in der Regel einzeln und je nach persönlichem Geschmack angewandt, es ist aber in der Magie nicht grundsätzlich falsch, einige Systeme miteinander zu kombinieren (dazu braucht es allerdings ein bißchen Übung und Erfahrung, nicht alles lässt sich wahllos miteinander kombinieren und kann sich unter Umständen innerhalb einer magischen Handlung sogar aufheben oder umkehren).

Folgende Möglichkeiten werden hier näher erläutert:

1. Das Eigentum zu sich zurück „rufen“
Das, was wir besitzen, ist durch sogenannte Schattenfäden mit uns verbunden. Das, was uns lange begleitet, trägt sogar unsere ganz besondere Prägung. Ein Lieblingsschmuckstück der Oma enthält daher ihre ganz eigene, persönliche Note. Je länger wir etwas besitzen und am Körper tragen, desto mehr prägen wir es. Wenn uns etwas durch einen Diebstahl entrissen wird, sind wir über unsere Schattenfäden immer noch mit dem Gegenstand verbunden. Die Stärke der Fäden richtet sich nach der Intensität, mit welcher wir an einem Stück hängen. Was uns „lieb und teuer ist“ muss bekanntlich nicht immer wirklich teuer sein, trotzdem hängen wir dran wie an einem persönlichen Schatz. Gegenstände, mit denen wir starke Emotionen verbinden, besitzen bei einem Verlust in der Regel mehr Eigendynamik als Dinge, die wir kaum beachtet haben und deren Verlust uns daher auch nicht sonderlich schmerzt.

In der Praxis kann das Zurückrufen zum Beispiel so aussehen:

Verbinde Dich in einem Ritual mit Deinem Gegenstand, stelle Dir diesen Gegenstand so intensiv vor wie möglich. Berühre die Stelle, an welcher der Gegenstand lag oder an der Du ihn getragen hast (z. B. eine Uhr, ein Schmuckstück etc.). Rufe den Gegenstand, stelle die Verbindung über die Schattenfäden her und beschwöre ihn inständig, zu Dir zurück zu kehren.

Du kannst bei der Gelegenheit übrigens auch einmal schauen, ob Du eine Ahnung davon kriegst, wo sich Dein gestohlener Gegenstand möglicherweise befindet. Er ist ja – wie oben beschrieben – durch Schattenfäden an Dich gebunden, an denen Du Dich entlang hangeln kannst. Im besten Fall bekommst Du einen Impuls (am Anfang noch recht schwach, aber mit ein bißchen Übung lässt sich die Intensität dieser Impulse steigern), ob sich der Gegenstand noch im Besitz des Entwenders befindet, ob er ihn bei sich trägt, ob er irgendwo in einer Kiste oder Schublade liegt, ob er versteckt, vergraben oder versenkt wurde oder offen getragen wird. Manchmal besteht dort nämlich noch die Möglichkeit des direkten Eingreifens Deinerseits (indem Du Deine Aufmerksamkeit z. B. darauf richtest, daß jemand im Umfeld des Verursachers mißtrauisch wird, z. B. wenn er versucht, Deine Uhr an jemanden zu verkaufen oder zu verschenken. Oder daß z. B. die Freundin oder Mutter des Diebes auf die „neue“ Uhr aufmerksam wird, nachfragt und ihn somit zumindest für eine kurze Zeit aus dem Konzept reißt.

Auch wäre es möglich, sich hier einmal die Schattenfäden anzuschauen, die jeder hinterlässt, der einen Gegenstand berührt (und damit eine Absicht verbindet – wie hier). Er hat sich schließlich unbefugterweise mit Deinem Gegenstand verbunden. Über Deine Verbindung zu Deiner Uhr könntest Du – bei entsprechender Übung – also auch ein paar Hinweise auf den Entwender bekommen. Diese Methode ist in der Tat nicht so ganz einfach und bedarf einer Schärfung der Intuition, d. h. je öfter Du die Psychometrie auch zu anderen Anlässen spielerisch probierst, umso besser wird Dein Gespür, wenn Du diese Schattenfäden „abtastest“. Beginne vielleicht mit der „Schau“, ob der Dieb aus Deinem Umfeld stammt oder nicht. Stammt er aus Deinem Umfeld, so kannst Du das u. U. an den Emotionen und Gedankenmustern erkennen, die nun zusätzlich an Deiner Uhr haften. Das wäre z. B. die Angst vor der Entdeckung, das schlechte Gewissen, möglicherweise ein Gefühl von „Denkzettel“ Dir gegenüber, Neid oder ähnliches. Die Gedanken haften an der Ursache, also der Uhr, und mit dieser bist Du nach wie vor verbunden.

Ist allerdings eine längere Frist verstrichen, so solltest Du die Uhr aber dennoch abhaken, denn es wäre immerhin gut möglich, dass sie sich irgendwann nicht mehr im Besitz des Diebes befindet oder nicht mehr zu Dir zurückfinden kann, weil sie nicht mit Dir in Verbindung gebracht werden kann oder einfach unwiederbringlich verloren ist (weil sie vielleicht inzwischen in einen See geworfen wurde). Opfere sie nachträglich als Geschenk an die Götter.

2. Belege den Verursacher (Dieb) mit einer Bannung

Die Bannung bedeutet hier in der Regel das Besprechen oder Beschwören. In alten Büchern liest man häufig von einem Hühnerei, das über einem offenen Feuer oder in heißem Wasserdampf erhitzt wird. Dabei wird analog visualisiert und aufgesagt, daß ab diesem Moment auch der Verursacher mit Hitze dazu gebracht wird, den gestohlenen Gegenstand (z. B. das Fahrrad) zumindest an den Ursprungsort zurück zu bringen. Eine weitere Möglichkeit des Besprechens unter Zugabe von Feuer oder Hitze könnte ein alter Kohlenofen, ein offenes Feuer oder ein Kamin sein, in welchen unter Aufsagen der Bedingung (also die Aufforderung zur Herausgabe des Eigentums) hintereinander einige Holzscheite aufgelegt werden, die mit der Kraft der Elemente auf den Verursacher übergehen.

Solche Analogiezauber kann man nun 3mal oder 3 Tage am Stück wiederholen (nach Bedarf auch länger, die 3 bildet in der Magie keine festgeschriebene Einheit). Eine andere Möglichkeit zur Bannung wäre – wie weiter oben beschrieben – das Einfrieren. Damit wird der Verursacher in seiner weiteren Handlungsweise gelähmt, d. h. wird bewegungsunfähig. Ob bzw. in welchem Ausmaß dies mit körperlichen Beschwerden einhergeht, muss dem Universum überlassen bleiben. Wer hier Einschnitte vornimmt oder Wege „diktiert“, beschneidet sein eigenes Ziel. Denn die Wege, die zum Ziel führen sind vielfältig und sollten daher nach Möglichkeit nicht ausdrücklich vorgegeben werden.

3. Einbindung einer unsichtbaren Wesenheit

Das Geistermodell des Okkultismus speist sich aus der Essenz schamanischer Kulturen. Der Schamanismus ist die älteste Form spiritueller Arbeit in der Welt. Mit Geistern wurde zu jeder Zeit in jeder Kultur der Erde kommuniziert. Von den ersten Menschen bis in die heutige Zeit. Vieles ist dazu in den letzten Jahrtausenden festgehalten worden, wir kennen die Totenbücher großer Kulturen und schauen auf das schamanische Erbe der Menschheit zurück. In Sibirien, Afrika aber auch in Europa finden wir Spuren archaischer Schamanen-Kulte. Geister und Menschen scheinen also mindestens durch ihr gemeinsames Schicksal untrennbar miteinander verwebt zu sein.

Um entwendete (oder auch verlorene) Gegenstände zurück zu erhalten, kann der Mensch sich also jederzeit mit „unsichtbaren Helfern“ verbinden. Diese werden in einem Ritual in einem Raum (oder Kreis) gerufen, in welchem Du sie bitten kannst, Dein Eigentum zu Dir zurück zu bringen. Um Deine Willensbekundung abzugeben, sollte eine Opfergabe als Pfand erfolgen.

Diese Wesenheit kann natürlich ein Engel, Gott, ein Naturgeist etc. sein. Wenn der gestohlene Gegenstand von einem Ahnen stammt, dann kann man natürlich auch diesen zu Rate ziehen und ihn bitten, aus geistiger Ebene dafür zu sorgen, dass das Erbstück wieder zu Dir zurück findet, Solche Delikte haben nicht selten einen interessanten Ausgang und finden ihre Besitzer offenbar „leichter“ wieder als anderes Eigentum.

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Dienstag, 4. August 2009

~ Zeiten des Aufbruchs ~

 

Autor: Isariah

Zeiten des Aufbruchs

Wieder einmal musste ich feststellen, dass man, um im Leben sicher zu gehen, immer den aller ersten Gedanken zu einer Sache rückverfolgen sollte und es sich lohnt, diesen einmal genauer zu betrachten. In jeder Hinsicht. Denn genau dieser ist es, der einem Antworten gibt, Hinweise oder einfach nur kleine nützliche Tipps.. Wie ich das meine? Nun, ich denke, dass jeder Mensch diese kleinen Momente, in denen man ganz plötzlich diese Eingebungen aus dem vermeintlichen Nichts bekommt, kennt. Mir erscheinen sie wie winzige Geistes-Blitze und zugegeben, oft nehme ich sie zuerst gar nicht richtig wahr, bis ich merke: He, das wusste ich doch, diese Idee kam mir schon und ich hab sie einfach verdrängt, nicht weiter verfolgt, nicht ausgesprochen, nicht mehr daran gedacht und überhaupt nicht ernst genommen.

Dabei sind es diese, uns oft unbedeutend erscheinenden Momente, in welchen wir mit der Anderswelt in Verbindung treten können. Diese feinen Energien, die ständig um uns und manchmal auch in uns sind. Wir müssen wieder lernen, sie anzunehmen, sie einfach zu akzeptieren und in unser Leben zu integrieren.
Diese wunderbare Welt, die uns umgibt und die wir nur mit dem Herzen sehen können. So wie es früher unsere Ahnen wie selbstverständlich taten.

Eine ganz liebe Freundin sagte mir einmal, dass sie sich wünscht, das es in jeder Familie jemanden geben sollte, der dies tut. Nämlich mehr auf die eigenen Kräfte vertrauen und damit der Natur wieder offener und mit Respekt entgegen zu treten. Nur dadurch erkennen wir uns auch selbst und können im Einklang mit der Natur leben. Wir können Kraft und Energie aus den Elementen schöpfen soviel wir brauchen, wenn wir ihnen mit Würde und Respekt gegenübertreten.
Unsere Ahnen taten dies in Form von kleinen alltäglichen Ritualen und immer brachten sie kleine Opfer oder Geschenke dar. Noch heute findet man beispielsweise in vielen südländischen, indischen oder indonesischen Restaurants diese kleinen Altäre mit den mit verschiedenen Flüssigkeiten oder Wein gefüllten Schüsselchen.

Wenn wir reinen Herzens sind, können wir alles erreichen. Wir nutzen unsere eigenen intuitiven Kräfte, um uns mit Mutter Erde zu verbinden, uns mit ihr zu vereinen. Und sie dankt es uns. Dieser Dank von Mutter Erde kann sich in Form einer reichen Ernte zeigen, einer zauberhaft blühenden Balkonpflanze oder uns einfach nur durch einen warmen Lichtstrahl mitten in unser Herz treffen.

Denkt vielleicht einmal darüber nach, wie einfach es sein kann diese unsichtbaren aber kraftvollen magischen Energien um Euch herum zu nutzen. Öffnet einfach nur
euer Herz für unsere wunderbare zauberhafte Natur.

Seid ganz lieb gegrüßt.

Isariah

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